Ich war dauerhaft kurz vorm Frustrationsschrei ¿ Und genau deshalb konnte ich nicht aufhören zu lesen.
Band 2 der Kinder Poison-Reihe, "The Cruelest Mercy" von Natalie Mae, hat mich emotional komplett zerstört - allerdings auf eine unglaublich frustrierende Art und Weise.Ich war beim Lesen dauerhaft kurz vor dem Frustrationsschrei. Mehr als einmal wollte ich das Buch schütteln, als würden Zahru oder Kasta direkt vor mir stehen. Manche Entscheidungen waren für mich schlicht nicht nachvollziehbar, und genau das hat mich so aufgewühlt. Ich war wirklich kurz davor, das Buch ins Gefrierfach zu legen - einfach, weil mich gewisse Entwicklungen so sehr aufgeregt haben.Als Zahru und Kasta beide mit dem Göttermal erscheinen und zu Thronerben bestimmt werden, verschiebt sich alles. Plötzlich geht es nicht mehr nur ums Überleben, sondern um Macht, Verantwortung und Kontrolle. Der Mestra bekommt deutlich mehr Raum, die politischen Spannungen nehmen zu, und die Dynamiken zwischen den Figuren werden spürbar komplizierter.Besonders Zahru fand ich in diesem Band unglaublich ambivalent. Sie kritisiert Eigenschaften an Kasta - Stolz, Impulsivität, Machtstreben - und findet sich doch selbst immer wieder genau dort wieder. Manchmal reflektiert sie, manchmal verliert sie sich. Und ich habe mich ständig gefragt: Verändert die Macht sie? Oder kommt hier nur zum Vorschein, was schon immer in ihr steckte? Diese Entwicklung war spannend - aber eben auch extrem frustrierend.Obwohl viel passiert und der Schreibstil kompakt ist, hat sich die Geschichte für mich stellenweise überraschend lang gezogen. Vielleicht, weil sich emotionale Konflikte immer wieder im Kreis drehen und man darauf wartet, dass endlich jemand klar handelt.Am Ende wissen wir, wer die Macht erhält und künftig als Mestra regieren wird. Die Entscheidung ist gefallen - aber statt Abschluss fühlt es sich wie der Beginn eines noch größeren politischen Spiels an. Jetzt wird es spannend zu sehen, welche Intrigen gesponnen werden, wer mit wem arbeitet und wie sich die Loyalitäten verschieben.Jet wird mir dabei immer unsympathischer. Ich habe stark das Gefühl, dass er etwas verheimlicht - und bin sehr gespannt, ob sich dieses Bauchgefühl bestätigt.Für mich ist es deshalb ein klares 4-von-5-Sterne-Buch. Nicht weniger, weil ich emotional so investiert war, dass ich das Buch am liebsten gegen die Wand geworfen hätte - und wenn ein Buch solche Reaktionen auslöst, macht es definitiv etwas richtig. Aber auch nicht mehr, weil mich manche Entwicklungen wirklich Kraft gekostet haben.Band 3 werde ich trotzdem - oder gerade deswegen - definitiv lesen.