Gutes Setting, Spannung kommt jedoch wenig auf. Es wird zu viel und redundant von der Protagonistin reflektiert.
Wenn rund um einen malerischen Ort im Laufe von 25 Jahren sechs Touristen verschwinden, dann klingt das nach einem spannenden Thriller. In Cutter's Pass liegt diese Situation vor und wir erfahren aus der Perspektive von Abby, die seit zehn Jahren im Passage Inn arbeitet, was sich in Vergangenheit und Gegenwart abspielt bzw. abspielte. Da direkt hinter dem Inn ein Zubringer zum beliebten Appalachian Trail beginnt, lassen sich die Wandertouristen durch die Vermisstenfälle nicht verschrecken.Das klang alles wieder so gut und war dann mal wieder doch nichts. Das Buch dümpelt vor sich hin, es kam kaum Spannung auf. Abby reflektiert in einer Tour und die Handlung geht nicht voran. Die Auflösung war dann auch mäßig bis gar nicht aufregend.Gut gefallen hat mir der Aufbau, indem die Vermisstenfälle rückwärts, beginnend mit dem erst vier Monate zurückliegenden letzten Fall, quasi abgearbeitet werden, bis sie schließlich beim ersten Fall ankommen, den vier vermissten Freunden. Und die Übersetzung dieser im Original als "the Fraternity Four" benannten Gruppe in die "vier Burschenschaftler" ging für mich gar nicht. Das klingt absolut künstlich und mir haben sich bei jeder Erwähnung (und das waren nicht wenige) die Nackenhaare aufgestellt und mich damit auch jedes Mal aus der Handlung gerissen.Für mich wieder eine Thrillerenttäuschung. Da es aber eine nicht unbeträchtliche Zahl von sehr guten Bewertungen gibt, kann das Buch sicherlich noch den einen oder die andere überzeugen.