Ein Roman mit wenig Happiness. Eher sehr deep und ernst. Wer schöne, lockere Unterhaltung braucht, sollte etwas anderes lesen.
Inhalt:Harmony leistet ihren schwersten Akt: Ihre wiederholt an Leukämie erkrankte Schwester Hope will nicht mehr kämpfen. Sie will ihre letzten Tage in Key West verbringen, wo sie einst mit ihrem verstorbenen Mann glücklich war. Und Harmony soll sie in den letzten Tagen begleiten.Vor Ort lernt auch Harmony diesen Ort kennen. Sie versucht ihre Tränen für später aufzuheben. Meine Einschätzung:Ich glaube, ich werde die weiteren Bücher dieser Reihe nicht lesen. Der 1. Band war schon etwas schwere Kost, aber hier fehlte eindeutig eine Triggerwarnung vorweg. Ja, man liest bereits im Klappentext, dass Hope die Krankheit wohl nicht besiegen wird. Aber da der Hurrikan erst ca. 50 Seiten vor Ende des Buches kommt, kann man sich nun denken, dass das Buch lange Zeit von Hopes Kampf erzählt. Und zudem von Harmonys Kampf gegen sich selbst, die erst zusammenbrechen will, wenn Hope ihren verloren hat. Die Story ist vollständig traurig, düster und zieht runter. Natürlich ist es ein Thema, welches tagtäglich tausende Menschen betrifft. Aber ich selbst würde dann dennoch lieber etwas positivere Bücher lesen, um vom Alltag abzuschalten. Für mich persönlich, die auch Menschen an den Krebs verloren hat, war es zu schwere Lektüre, die mich auch im Schlaf verfolgt hat. Interessanter fand ich tatsächlich Harmonys Arbeit. Ihre Artikel sollten etwas bewirken. Die Menschen, die sie interviewt hat, haben kein leichtes Leben. Dieser Part ist ebenfalls sehr düster. Aber mit ihren Artikeln und ihrer Arbeit wollte und konnte sie zumindest etwas bewegen. Der Story-Part hatte etwas Hoffnungsvolles. Hätte der Hurrikan dann noch im 1. Drittel stattgefunden und man hätte mehr von Harmonys Zeit DANACH gehabt, wäre mein Urteil vielleicht besser ausgefallen. Völlig überflüssig fand übrigens ich die Rolle der Mutter. Auch sie hat Schlimmes erlebt und ist deshalb traumatisiert, bekommt nichts von der Außenwelt mehr mit. Aber dass war noch eines zu viel an Tiefschlägen, die man in ein Buch packen kann. Obwohl, nein: Hope wollte immer Kinder und bekam keine und ihre glückliche Ehe endete auch tragisch. Ich hatte letztlich das Gefühl, dass die Autorin alles Schlechte, was einem Menschen so widerfahren kann, in diese Charaktere gepackt hat. Ich wüsste jetzt keinen, der wirklich etwas positives erlebt hat. Sonst ziehen mich eher historische Romane über den 2. Weltkrieg oder dergleichen runter. Da erschreckt mich die Geschichte an sich. Aber dass mich ein Roman auch so beschäftigt, habe ich selten. Ich bin mit falschen Erwartungen an das Buch, dafür kann die Autorin nichts. Das Buch ist wirklich wundervoll geschrieben. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und erleben realitätsnahe Momente. Es sind Momente aus dem wahren Leben ohne viel Schnickschnack und Verschönerungen. Daher wirklich klasse 4 Sterne für das Buch. Aber für mich persönlich hat die Thematik nicht gepasst. Ich brauchte nach dem Lesen erst einmal einen lustigen Roman á la Petra Hülsmann oder Gill Sims. Ich bin wohl doch eher der Typ, der Heile-Welt-Romane braucht, wenn die wahre Welt oftmals schlimm genug ist. Und wenn ich traurige Historische Romane brauche, wie von Kristin Harmel, weiß ich immerhin von Beginn an, was kommt.