Gelungener Genremix, der viel Spannung bietet
Als Sláine 1462 in das Dorf ihrer Großmutter zurückkehrt, trifft sie dort ihren Jugendfreund Callum, der viele Jahre verschwunden war. Die Dorfbewohner sind über seine Rückkehr nicht glücklich und bezichtigen ihn sogar des Mordes an seiner Tante. Sláine kann das nicht glauben und obwohl sich Callum abweisend verhält, fühlt sie sich unheimlich von ihm angezogen. Doch da ist auch Rian, der Sohn des Reeves ihres Heimatdorfes. Er ist äußerst smart und gehört der dortigen Rudermannschaft an. Der Vater von Rian möchte Sláine gerne mit Rian verheiraten. Diese Hochzeit würde fürs Sláines Familie finanzielle Sicherheit bedeuten und sie findet ihn auch attraktiv und nett. Dennoch will ihr Callum nicht aus dem Kopf gehen und je mehr sie versucht, dessen Geheimnisse zu entschlüsseln, desto mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Wie wird sie sich am Ende entscheiden? Die Faszination von Irland Auch diesem Roman merkt man die große Liebe der Autorin zu Irland an. Kristin Maciver entführt uns in ein irisch gälisches Dorf jener Zeit. Im Roman erfährt man einiges über den vorherrschenden Glauben jener Zeit zum Beispiel bezüglich Feen und ihrer Macht. Zu Beginn bereitet einen die Autorin bestens auf dieses Lesevergnügen vor. So findet sich am Romananfang sowohl eine passende stimmungsvolle Playlist als auch ein sehr informatives Glossar, in dem man die richtige Aussprache der verwendeten irisch gälischen Namen erlernen kann. Diesmal ist der Rudersport Hauptthema Während es im ersten Teil der Dilogie um den dort weitverbreiteten Hurling Sport ging, steht diesmal das Wettrudern im Mittelpunkt. Sehr ausführlich und bildhaft erklärt uns die Autorin wie genau man sich die passenden Ruderboote vorstellen muss und wie ein Ruderwettbewerb abgelaufen ist.Man trifft am Rande auch auf die Hauptprotagonisten des ersten Teils, Ruairi und Vivienne. Diesmal dreht es sich aber hauptsächlich um Ruairis Schwester Sláine, die als Nebenfigur schon im Vorgänger "Break the rules" vorgekommen ist. Es ist schön wieder auf altbekannte Charaktere zu treffen. Es ist aber fürs Verständnis nicht zwingend erforderlich dieses Buch vorher gelesen zu haben. Beeindruckende Hauptcharaktere Sláine ist die weibliche Hauptprotagonistin. Sie hat eine sehr eigensinnige und rebellische Natur. Vielleicht gerade deshalb kann sie den Leser schnell für sich gewinnen. Als sie plötzlich zwischen zwei Männern steht, leidet und fühlt man sehr mit ihr. Ihr innerlicher Zwiespalt wurde von der Autorin perfekt zum Ausdruck gebracht.Bei den männlichen Charakteren greift die Autorin auf ein beliebtes Muster von New Adult Romanen zurück. Während Callum durch sein mysteriöses Auftreten sehr unnahbar wirkt und sich rüde und als "bad boy" gibt, ist Rian genau das Gegenteil. Zwar ebenso gutaussehend und äußerst smart, ist er mit seiner einnehmenden Art der Typ, den sich jede Schwiegermutter als Schwiegersohn wünscht und verkörpert mit seiner Rolle als "good boy" den perfekten Gegensatz zu Callum. Doch im Verlauf erfährt man, dass auch ihn große Geheimnisse umgeben. Die Spannung steigert sich Von Anfang an begeistert der Roman, ebenso wie der Vorgänger. Das liegt auch am tollen Schreibstil, der die Autorin auszeichnet. Die authentische Wiedergabe der Szenerie lässt uns einiges über das irisch gälische Brauchtum lernen. Auch diesmal geht die Spannungskurve stetig nach oben, sodass man das Buch kaum weglegen mag und man mit den Figuren mitleidet und mitfiebert. Die Geheimnisse werden stückchenweise aufgelöst und sind mit wirklich prickelnden spicy Szenen ergänzt.Das Cover ähnelt dem ersten Roman der Dilogie. Auch dieses Buchcover ist wieder von Blautönen dominiert, welche mit Ornamenten ergänzt sind. Diesmal allerdings eher im Bereich von Türkis, was eine Verbindung zum Wasser, welches ja beim Rudern wichtig ist, herstellt. Fazit: Eine ganz tolle Dilogie, die zeigt, dass man New Adult wunderbar mit dem historischen Genre kombinieren kann. Ich bin begeistert und auch ein wenig traurig, von diesen tollen Charakteren nun Abschied nehmen zu müssen.