Eine wunderbare Sammlung von Texten
In "Berliner Flair" versammelt die Journalistin und Buchautorin Ingrid Feix, von Joseph Roth, einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der Weltruhm mit seinen Romanen Hiob und Radetzkymarsch erlangte, die eindrucksvollsten Texte über die deutsche Hauptstadt.Joseph Roth (1894-1939) sah Berlin schärfer und unbestechlicher als viele seiner Zeitgenossen. Diese Anthologie versammelt seine eindrucksvollsten Texte über die deutsche Hauptstadt - Reportagen, Beobachtungen und Miniaturen aus den Jahren, in denen er hier lebte und arbeitete. Von 1920 bis zu seiner erzwungenen Flucht 1933 durchstreifte der erfolgreiche Schriftsteller und Feuilletonist die Metropole und porträtierte das rastlose Treiben auf den Straßen, das Leben in den Cafés und Kneipen, die Härten des Alltags und die Poesie des Flüchtigen. In seinen Texten erweist er sich als Chronist einer Epoche im Umbruch.Besonders gut hat mir auch das lesenswerte Nachwort mit der Kurzbiographie von Joseph Roth, gefallen. Die editorische Notiz im Anhang enthält den Hinweis, dass die Orthografie der Texte zum Teil vereinheitlicht wurde.Fazit:Viele Beschreibungen und Orte erkannte ich sofort und war ganz schön überrascht, wie Joseph Roth diese schon vor 100 Jahren, gesehen und geschildert hat. Sehr beeindruckt war ich, wie er die westlichen Ghettos - Berlins beschrieben hat, und mich an einigen Stellen mehr zum Nachdenken gebracht hat, als ich zunächst vermutet hätte. Joseph Roth war ein glänzender Erzähler und Figurenerfinder."Berliner Flair" ist eine wunderbares und lesenswertes Buch, herausgegeben von Ingrid Feix. Es ist kein Buch, das man einfach zuklappt und sofort vergisst. Für mich definitiv eine lesenswerte Sammlung und eine tolle Entdeckung, die ich gerne weiterempfehle.