Leider ein absoluter Flop für mich
1,5 SterneLeider war "Heart Strings" absolut nichts für mich. Am Anfang hatte das Buch noch Potenzial, es hat sich im Laufe der Geschichte allerdings nicht verbessert sondern eher verschlechtert.Das Buch hat sich unglaublich holprig gelesen, was wohl an einer Mischung aus Schreibstil und Übersetzung lag. Die Übersetzung war leider nicht besonders gut, viele Sätze haben so gewirkt, als wären sie Wort für Wort aus dem Englischen übersetzt worden, was im Deutschen nicht immer Sinn macht und sprachlich eher ungelenk wirkt. Den genauen Schreibstil der Autorin kann ich nicht beurteilen, da ich keines ihrer Bücher im Original gelesen habe, jedoch gehe ich davon aus, dass es sich im Original auch nicht deutlich flüssiger lesen lässt. Zudem waren die Übergänge zwischen den Szenen oftmals sehr abgehackt und nicht flüssig und es gab mehrere random Szenen, die dazu da waren, Drama in ein ansonsten komplett langweiliges Buch zu bringen, allerdings haben sie eher dazu beigetragen, dass ich noch genervter war. Auch die Dialoge waren oft abgehackt und kamen manchmal ohne Kontext aus dem Nichts. Es wurde auch random nur ein mal gegendert und danach nie wieder. Gendern ist nichts was ich unbedingt in Büchern brauche, ich freue mich aber wenn es getan wird, dann soll es halt aber auch immer getan werden und nicht nur ein mal.Die Charaktere waren leider auch nicht besser. Lo ist ziemlich unreflektiert und leider komplett unsympathisch. Sie macht genau die Dinge, über die sie sich beschwert wenn andere sie tun und sieht keinen Fehler dabei. Ihre Verlustängste sind ein großer Teil ihres Charakters, gleichzeitig hat sie kein Problem damit, andere zu verlassen. Beispielsweise ghosted sie nach der Trennung Aidans kleine Schwester, die gerade eine schlimme Zeit durch macht und zwar nicht, weil es ihr aufgrund eigener Erfahrungen zu nahe geht, sondern wegen ihrer Trennung von Aidan. Sie macht Aidan auch komplett für die Trennung verantwortlich und verurteilt ihn dafür, dass er nach London gezogen ist, nicht nur um seinen Traum zu verfolgen, sondern auch um Geld zu verdienen und seiner Familie damit zu helfen. Sie ist übrigens auch aus den USA nach Irland gezogen um dort Medizin zu studieren, aber da war es natürlich okay. Man könnte auch argumentieren, dass Aidan mehr um eine Fernbeziehung hätte kämpfen können, aber so wie es klingt hat Lo ihm gar nicht die Chance gelassen und sofort festgelegt, dass sie keine Fernbeziehung will. Aidan war zwar sympathischer als Lo, hatte gleichzeitig aber auch die Persönlichkeit von einem blanken Blatt Papier. Mehr als dass er nicht über die Trennung von Lo hinweg kam und darüber Songs geschrieben hat könnte ich nicht über ihn sagen.Die Beziehung der beiden hat auch nicht wirklich Sinn gemacht. Etwa zwei Jahre vor Beginn der Handlung im Buch waren sie mal zusammen, jedoch wissen wir nicht wie lange, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern etwas dazu gelesen zu haben und es fühlt sich nicht so an, als wären sie lange zusammen gewesen. Gleichzeitig ist es auch vollkommen unerfindlich, warum sie in der Vergangenheit zusammen waren, außer dass sie einander attraktiv fanden. Da es keine Flashbacks gibt, ist ihre erste Beziehung mit keinerlei Emotionen verbunden. Auch in der Gegenwart konnte ich null Gefühle zwischen ihnen spüren, nicht mal die körperliche Anziehung habe ich ihnen abgekauft. Es hat sich auch kaum Spannung zwischen den beiden aufgebaut, da sie relativ schnell miteinander geschlafen haben und die Luft danach noch mehr raus war, als sie es sowieso schon war.Das einzige was mit gefallen hat war, dass es POC Repräsentation gab und Themen wie eine Krebserkrankung, generationelles Trauma und familiärer Leistungsdruck angesprochen wurden. Retten konnte das das Buch für mich trotzdem nicht.Insgesamt also wirklich kein schönes Leseerlebnis, sondern ein Buch, durch das ich mich eher durchquälen musste.