Diese Fortsetzung war wie ein Sprung ins kalte Wasser.Und doch habe ich beim Auftauchen gemerkt wie lange ich die Luft angehalten habe und auf diese Fortsetzung hin gefiebert habe. "Thief of Night" schließt die Book of Night Dilogie ab. Düster, urban, voller dunkler lebender Schatten und moralisch grauer Entscheidungen. Band 1 war für mich ein echtes Highlight: bedrohlich, anders, mit diesem ganz eigenen Vibe, der sich überraschend gut von typischen Fantasy-Tropes abgehoben hat. Modern Fantasy, aber mit Ecken. Mit Kanten. Mit Zähnen. Blutig. Mit einer Protagonistin, so anders und trotzdem einnehmend. Was diesem zweiten Band leider nicht gutgetan hat, war der große Veröffentlichungsabstand. Zwei, drei Jahre sind lang ... besonders bei einer komplexen Geschichte ohne klassische Rückblende oder Zusammenfassung. Diese hätte ich gebraucht. Kein Auffangen. Kein sanftes Erinnern.Ohne Reread war es für mich schwer, wieder vollständig in der Welt anzukommen. Ich hatte gehofft, ich würde schneller hineinfinden aber die Orientierung blieb schwierig . Das hat mein Leseerlebnis spürbar gedämpft. Deshalb mein ehrlicher Rat: Wenn Band 1 nicht mehr frisch im Gedächtnis ist - lest ihn nochmal.__Stilistisch fühlt sich "Thief of Night" sogar etwas runder an als sein Vorgänger. Sicherer. Präziser.Man kennt sich bereits aus. Weiß worum es geht. Auch in Band 2 merkt man deutlich, die urbane Düsternis sitzt. Die Schattenmagie wirkt weiterhin roh und faszinierend. Voller Blut. Diese Welt ist keine HochglanzFantasy. Sie ist schmutzig, gefährlich und moralisch unbequem. Und genau das macht sie besonders. Ich liebe sowas. ¿¿¿Außer der veränderten Dynamik zwischen Charlie und Vince habe ich plötzlich meinen emotionalen Zugang zu der Story und den Protas verloren. Irgendwo in der Zeit zwischen Band 1 und 2. Die neue Bedrohung? Blieb für mich überraschend blass. Dieser geheime Bund, hat mein Interesse verloren. Die angeblich hohen Einsätze? Fühlten sich nicht immer wirklich hoch an.Einige Nebenfiguren blieben erneut schwer greifbar oder wirkten seltsam wirkungslos. Besonders Figuren, die eigentlich Macht und Gewicht ausstrahlen sollten. Und manches fühlte sich... flimsy an. Nicht zerbrechlich im guten Sinn. Sondern konstruiert. Schade. Charlie selbst, die gerissene, fehlbare, wunderbar chaotische Trickbetrügerin, die ich in Band 1 so mochte, wirkte über weite Strecken fast zu gesetzt. Fast wie eine typische Action-Heldin.Im Finale allerdings zeigt Holly Black, warum sie kann, was sie kann und sie talentierte und kreative Geschichten schreiben kann. Das letzte Viertel ist spannend. Clever. Mit genau der Art von Trickery, die man sich wünscht. Der Showdown ist intensiv, das Ende bringt vieles zu einem Abschluss. Nicht alles perfekt, manches bleibt etwas lose ... aber genug, um sich nicht leer zurückgelassen zu fühlen.Ich würde nicht sagen, dass alles restlos befriedigend aufgelöst wurde. Doch ich hatte am Ende dieses Gefühl von: Okay. Das war der Punkt. Dafür bin ich hier gewesen.__Fazit"Thief of Night" ist ein würdiger Abschluss wenn auch keiner, der mich emotional so durchgeschüttelt hat wie Band 1.Wer den ersten Band geliebt hat, wird hier vermutlich ebenfalls auf seine Kosten kommen, besonders im starken letzten Akt.Wer damals schon unsicher war, der sollte wissen: Die Reihe bleibt sich treu. Im Guten wie im Frustrierenden.Für mich bleibt diese Welt aufregend anders. Dunkel. Urban. Unbequem. Ich liebte die Idee der Schatten, ihrer Kontrolle und ihrem Eigenleben. Aber ich hätte mir gewünscht, Charlie früher wiederzufinden. Früher von ihr zu lesen. Trotzdem kann ich die Reihe, gerade wenn ihr beide Bände in einem kurzen Abstand lesen möchte, sehr empfehlen. Für alle die düstere urban Fantasy mögen und Motalley Grey Protas.Murder Mystery, Geheimnisse ohne Ende. Charlie war steht's ein Charakter nach meinem Geschmack ¿¿¿