Wenige Spannungsmomente, aber eine tiefgründige Story über 2 charakterstarke Frauen und deren Wege in der Nachkriegszeit.
Inhalt:Der 2. Weltkrieg ist vorüber, doch Städte und Land haben mit den Schäden und Folgen zu kämpfen. Es ist 1949 als Gesas Vater plötzlich an einer Blutvergiftung stirbt. Der Bauernhof steht nun ohne Bauern da, nur noch Frauen sind verblieben, da der einzige männliche Erbe im Krieg fiel. Gesa und Hanna, die beiden Schwestern des Friesenhofs setzen alles daran diesen unter weiblicher Führung zu behalten, auch wenn ihre Mutter skeptisch ist. Noch ist es unüblich, dass man ohne Mann im Haus zurechtkommt. Das weiß auch Günther, der gierige Ehemann der ältesten Tochter.Um Weidenverkäufe zu vermeiden und den Hof zu erhalten, fängt Gesa in einem Teekontor in Emden an zu arbeiten. Und Hanna muss sich an den Gedanken gewöhnen, den Hof künftig zu führen. Persönlich kämpft sie noch gegen die Liebe zu einem polnischen Knecht an, was die Nachbarn sicher niemals akzeptieren würden. Meine Einschätzung:Erzählt wird die Zeitspanne von etwa einem Jahr. Die Handlung beginnt kurz nach dem Tod des Vaters, wenige Tage vor dessen Beerdigung. Ganz allgemein dreht sich die Story um den Kampf der Frau nach dem Krieg und der damaligen Zeit. Es dauerte noch eine Weile, bis sich die Rolle der Frau tatsächlich einem Wandel unterziehen kann. Noch muss man verheiratet werden, Kinder hüten, statt selbst zu arbeiten, noch entscheiden Männer Geschäftliches und Frauen werden aus allem herausgehalten. Gesa und Hanna sind zwei charakterstarke Frauen, die ihrer Zeit schon etwas voraus waren. Ich finde, dass ihre persönliche Entwicklung sehr gut dargestellt wird. Historisch gesehen wurden viele Fakten eingebunden, die aber scheinbar nebenher erwähnt werden. Aber die Unterbringung von Flüchtlingen, die Schäden, die gesellschaftlichen Normen und die Aufarbeitung des Krieges und deren Verbrecher werden sehr geschickt mit der Familiengeschichte der de-Frieses verbunden.Der Teehandel an sich kommt etwas zu kurz, dafür, dass es das Titelthema des Buches ist. Aber man bekommt einen schönen Eindruck, wie die Ostfriesenmischungen zusammengestellt werden. Zu viel dieser Thematik wäre sicher langweilig geworden, aber dennoch liegt der Schwerpunkt für mich eher auf dem Bauernhofbetrieb als auf den Teehandel.Es gibt recht wenige Spannungsmomente, nur die ein oder andere Überraschung. Dennoch habe ich das Buch als sehr unterhaltsam empfunden. Die Schwestern sind sehr authentisch, deren Sorgen und Probleme ebenfalls. Mal fühlt sich mitten im Geschehen und möchte wissen, wie sie sich durchkämpfen. Ich habe bereits mit dem zweiten Teil begonnen :- )