VILLA RIVOLTA<br data-start="13" data-end="16">Daniel Speck<br data-start="28" data-end="31">ET: 25.02.26Mailand, Italien 1945:<br data-start="67" data-end="70">Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Valeria und Piero, die sich seit Kindertagen kennen. Doch während Piero der Sohn des großen Automobilherstellers Renzo Rivolta ist und in der prächtigen Villa lebt, arbeitet Valerias Mutter als Haushälterin für die Familie. Schon früh hat Valerias Mutter ihr eingeschärft, dass sie nichts anfassen oder annehmen darf, dass ihre Grenze die Küche ist und sie im Haus eigentlich nicht willkommen ist. Trotzdem besucht Valeria immer wieder Piero, und zwischen den beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft.Wir begleiten sie bis ins Erwachsenenalter durch die goldenen Jahre Italiens. Während Piero Valeria nur freundschaftlich verbunden bleibt, verliebt sie sich in ihn. Zu spät erkennt sie, dass ihre unterschiedlichen gesellschaftlichen Hintergründe immer zwischen ihnen stehen werden.Mailand, Italien 1979:<br data-start="920" data-end="923">Der 14-jährige Tonino, der Sohn der alleinerziehenden Valeria, findet in einem Graben im Garten eine deutsche Pistole aus dem Zweiten Weltkrieg. Er macht den Fehler, die Waffe mit in die Schule zu nehmen. Als er versucht, sie mit einem Freund gegen einen Walkman zu tauschen, werden die beiden von einem Lehrer erwischt. Tonino wird daraufhin von der Schule suspendiert. Als er seine Mutter fragt, wie die Pistole überhaupt in den Garten gekommen ist, beschließt Valeria, ihm endlich die Wahrheit zu erzählen - eine Wahrheit, über die bislang geschwiegen wurde.Daniel Speck erzählt hier eine große Familiengeschichte. Es geht um politische Umbrüche, um soziale Ungleichheit und um eine Liebe, die von Anfang an unter schwierigen Vorzeichen steht.Besonders gut gefallen hat mir das eingewobene Stück Zeitgeschichte: der Bau der Isetta, die Höhen und Tiefen des Familienunternehmens, soziale Missstände sowie das Dolce Vita der Reichen. Gleichzeitig gibt der Roman spannende Einblicke in die Unterschiede und Spannungen zwischen Nord- und Süditalien.Ich durfte das Buch lesen und hören. Sehr gerne habe ich dem Autor gelauscht. Fazit:Eine feinsinnige Erzählung, die mich sehr gut unterhalten hat. Wer bereits "Bella Germania" mochte, wird auch hier wieder auf seine Kosten kommen.4/5