Einsamkeit oder Zugehörigkeit? In diesen sehr persönlichen Einblicken in das Leben von Daniel Haas werden diese zwei Gegensätze deutlich, die mich als Leser tief berührt haben.Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, möchte ich dennoch ein zentrales und tiefgreifendes Thema erwähnen: die Sterbehilfe. Im Buch durfte ich genau diesen Prozess miterleben. Nachdem sein Vater Suizid begangen hatte, entschied sich seine Mutter, mithilfe von Sterbehilfe aus dem Leben zu scheiden. Diese Passage war für mich zugleich bewegend, erschütternd und nachvollziehbar und hat mir einen Einblick in die Komplexität und Emotionalität dieses Themas gegeben.Zudem begleitet man den Autor durch seine ganz persönlichen Abgründe, von Sucht bis hin zu tiefen Selbstzweifeln. Keine leichte Kost, und doch zeigt das Buch, dass jeder Mensch seine Päckchen zu tragen hat und dass es möglich ist, aus den Tiefen wieder herauszufinden.Den Schreibstil mochte ich sehr. Er hat mich direkt in die Welt des Autors hineinkatapultiert. Es fühlte sich an, als würde er mir seine Geschichte persönlich am Kaffeetisch erzählen, gefühlvoll, ehrlich und trotz der schweren Themen immer wieder mit einer gewissen Leichtigkeit und einem Hauch von Humor.Der Kampf zurück ins Leben, weg von den Tagen, die unglaublich viel Kraft gekostet haben, zeigt, dass es immer einen Weg gibt.Für mich war es ein sehr sympathisches Buch, ehrlich, tiefgründig, lehrreich und mit Einblicken, die ich so zuvor noch nicht erlebt habe.