"Ich stelle dir nach, ich fahnde nach dir, ich nehme dich in Beschlag - und du bringst mich in große Verlegenheit, denn du hast keinen Namen. Mutter. Behausung. Kerker. Verschlusssache. Oberbefehlshaberin." (Seite 11)Die Mutter der Autorin ist einst aus Preußen geflohen, also spürt Dagmar Leupold deren Spuren nach, versucht zu ergründen, wer diese Frau war und wie sie durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre geprägt worden ist. Hierbei springt sie zwischen eigenen Erlebnissen mit der Mutter als auch denen, die sich lange vor ihrer Zeit ereigneten, hin und her, was es für mich unmöglich macht, mitzukommen. Die Erzählung selbst ist so persönlich, so unfassbar intim, dass nur nahestehende Personen darin etwas finden.Gegenstände wurden erwähnt, Situationen analysiert und an Tragödien erinnert, die bei mir selbst keinen Eindruck hinterließen, keinen solchen hinterlassen können, weil sie so personenbezogen sind. Dies machte das Lesen des Buches leider etwas schwierig, es erlaubte mir nicht, es mir in der Geschichte bequem zu machen, wie ich es mir gewünscht hätte. Dennoch war es bereichernd, einige Situationen fand ich berührend und erinnerte mich an eigene Erlebnisse mit meiner Familie. Ein leiser Roman mit einer sprachlichen Eleganz, die durch die Seiten fließt.