Die Triggerwarnung war für mich nicht explizit genug.
Ava Reed - Colliding Hearts(Whitestone Hospital 5)SchwierigACHTUNG: Die Rezension enthält massive SPOILER!!!Meine Meinung / Bewertung:Es galt eine ganze Weile auf den Abschlussband der Serie und Ians Geschichte zu warten. Erst hatte ich Bedenken, ob ich zuvor noch einmal die anderen Bücher lesen müsste, doch letztlich habe ich mich dagegen entschieden. Beim Lesen hatte ich nämlich nicht das Gefühl, als würde ich etwas nicht verstehen oder mich an etwas wichtiges nicht mehr erinnern. Das Buch hat mich daher sehr gut in Empfang genommen.Ian war der eine Charakter, der in meinen Augen in den anderen Büchern meinem Gefühl nach als Sidekick herhalten musste - mit wenigen Momenten, die ihn als verantwortungsvollen Erwachsenen zeigen. Meine Neugier auf seine Geschichte war daher sehr sehr groß. Jess hatte ich bislang als eher uninteressant empfunden, aber auch das ist ganz normal: ein Charakter einer Paarung interessiert einen mehr als den anderen. Problematisch wird es, wenn das Buch nicht ausgewogen ist. Für mich war es die Geschichte von Jess, in der Ian hier und da auftauchen darf. Das fand ich sehr schade. Auch hatte ich das Gefühl, dass ich viel weniger von Ian mitbekommen habe als in den anderen Büchern, in denen er Nebencharakter war. Zwar gibt es hier eine Enthüllung, aber diese wird eher nebenbei behandelt.Denn das Augenmerk lieg auf der Geschichte von Jess. Und hier komme ich zu dem Punkt, der mir das Rezensieren und die Vergabe von Sternen schwierig macht.Letztlich dreht sich das Buch darum, dass Jess krank ist. Sie erhält die Diagnose Brustkrebs und es muss alles sehr schnell gehen. Es ist ein wichtiges Thema und soll auch in Unterhaltungsliteratur seinen Platz haben, doch für mich ist es nichts. Ich denke daher, dass die Triggerwarnung explizierter sein solle: welche Art von Krebs und eine Haupt- oder eine Nebenfigur betroffen ist und ob diese Thematik in der Vergangenheit oder im Haupthandlungsstrang des Buches behandelt wird. Ob die Gefühle eine Erkrankten richtig dargestellt wurden, mag ich mir nicht anmaßen zu beurteilen. Es war sehr gefühlvoll beschrieben - herunterziehend, aber gefühlvoll. Was mir dann aber wiederum nicht gefallen hat war, dass Jess erst in ein dunkles Loch stürzt und bei ihrer ersten Gruppentherapie plötzlich den Schalter umlegt, ihre Erkrankung in Kunst verwandelt danach alles so gut wie eben möglich endet. Der Cut - mehrere hundert Seiten geht es stimmungsmäßig abwärts und dann macht es plötzlich klick - war mir zu hart.Ich freue mich für jeden, dem dieses Buch mit seiner Du-bist-nicht-alleine-Message hilft, und hoffe ich konnte meine Probleme mit dem Buch verständlich ausdrücken.Mein Fazit:Die Triggerwarnung war für mich - sofern ich nichts überlesen habe - nicht explizit genug.Sterne: 2 von 5!Viel Spaß beim Lesen!