Allgemeines:Der neue Jugendroman von Antonia Michaelis ist am 11.09.2026 bei Oetinger erschienen. Er wird ab einem Lesealter von 14 Jahren empfohlen und hat 384 Seiten. "Never leave the path" ist wie gewohnt ein Einzelband. Inhalt: "Natürlich gibt es den Hexer vom Berg nicht, da ist sich der 17-jährige Jesper sicher. Doch wer streift dann nachts um die abgelegene Hütte, in der er und seine Mutter Abstand vom Großstadtleben suchen? Was hat es mit den beklemmenden Bildern auf sich, die Jesper zusammen mit vergilbten Zeitungsartikeln über einen Mord in den Schubladen findet? Und wer ist das seltsame Mädchen, das im Wald lebt und über Regen und Wind zu gebieten scheint? Wohin geht sie, wenn sie verschwindet, und weshalb kann Jesper nicht aufhören, an sie zu denken? Als ein plötzlicher Wintereinbruch es unmöglich macht, den Berg zu verlassen, und Jespers Mutter krank wird, weiß er nicht mehr, wem er trauen kann... Doch diese Frage entscheidet über Leben und Tod." (Quelle: Verlag) Meine Meinung: Antonia Michaelis zaubert direkt in den ersten Kapiteln. Bei ihr verschwimmen stets Realität und Fiktion, man weiß nicht recht, ob es sich um Magie handelt oder alles logisch erklärbar ist. So auch hier. Die Geschichte beginnt mit einem gar nicht mal so klassischen Mutter-Sohn-Gespann. Die Rollen sind nicht klar definiert, nicht stereotypisch. Raus aus der Großstadt, ab in die dringend benötigte Auszeit, die irgendwie von Anfang an durch das Setting etwas bedrohlich wirkt. Bereits die erste Seite hat mir Angst gemacht, was da noch kommen mag. Gleichzeitig bin ich der Atmosphäre erlegen und möchte wissen, wie es in diesem wunderschön gefährlichen Wald weitergehen wird. Irgendwie verspüre ich direkt wieder diese Vibes, vielleicht auch ein bisschen "Solange die Nachtigall singt" und "Hexenlied" von früher. Hach, ich liebe ihre Bücher alle einfach, sie ist eine meiner liebsten deutschsprachigen Autorinnen. Man fragt sich während der gesamten Handlung, was davon eigentlich wirklich passiert, bangt um die Charaktere und hofft, dass die Handlung gut ausgehen mag. Immer, wenn man etwas zu wissen glaubt, wird man eines besseren belehrt. Obwohl man doch so sicher war, dass es genau so sein musste. Und gleichzeitig hat mich ein so bedrückendes Gefühl mit diesem Buch begleitet, das nicht während der Lektüre wirklich ein wenig runtergezogen hat. Die beschriebene Welt wird immer hoffnungsloser und bedrohlicher. Wie bereits erwähnt, liebe ich ja Michaelis Bücher. Vielleicht war ich einfach auch nicht ganz in der richtigen Stimmung für das Buch. Insgesamt würde ich aber gerne die Altersempfehlung nach oben korrigieren. Ich habe es so empfunden, dass ich das Buch eher ab 16 Jahren empfehlen würde. Ich glaube nicht, dass jede 14 jährige Person das Buch erfassen und vor allem richtig für sich einordnen kann. Ich möchte diese Rezension aber gerne positiv abschließen: Ich mag die Auflösung der Geschichte. Michaelis hat mal wieder bewiesen, wie gut sie mit Worten und Bildern spielen kann, die wir uns von den Ereignissen machen. Bei ihr ist alles immer dann doch ganz anders als gedacht - aber auch mit diesem Wissen konnte ich das Ende nicht vorhersehen. Sehr gut gemacht!Fazit:Ein fast schon "klassischer" Jugendroman von Michaelis - Realität und Fiktion verschwimmen und die Story reißt ihre Leser wie ein Sog mit sich.