Im Donaudelta, einer Grenzregion im wörtlichen und im übertragenen Sinn, treffen unterschiedliche Sprachen, Kulturen und historische Erfahrungen aufeinander - und hier wirken die geopolitischen Interessen fort, die die Konflikte unserer Gegenwart bestimmen.
Die Journalistin Sabina Fati reist nach Transnistrien, in die Ukraine, nach Moldau und Rumänien und begegnet Menschen, deren Leben von den großen Umbrüchen der Region geprägt ist. Sie fragt, was sie von der Zukunft erwarten, wem sie sich zugehörig fühlen und wie sie auf den Krieg in der Ukraine und den wachsenden Einfluss Russlands blicken. Persönliche Begegnungen verbinden sich mit historischen Rückblicken und politischen Analysen.
Das Buch ist weit mehr als ein Reisebericht: Es ist das engagierte, analytische und persönliche Porträt einer vielschichtigen Grenzregion und ihrer Menschen - zwischen unterschiedlichen Zugehörigkeiten und politischen Einflüssen, zwischen dem Wunsch nach Freiheit und den Interessen der Mächte, die ihre Ansprüche an der Donaumündung verfolgen.
Inhaltsverzeichnis
Wem gehört die Donaumündung? S. 11
Von Drohnen, Toten Seelen und der Bulgakow-Diplomatie S. 19
Orliwka: Imperialer russischer Tee, im Kampf Geborene und die Korruption im Krieg S. 30
Reni: Autobusse mit Frauen und stumme Moskaufreunde S. 45
Die Donaumündung: Dreihundert Jahre russischer Kampf und was man daraus lernen kann S. 59
Ismajil S. 70
Kilija: Von der historischen Festung zu Putins Traum von der russischen Welt S. 87
Wylkowe: Stör-Aspik im Venedig des Ostens S. 99
Cetatea Alb oder Bilhorod-Dnistrowskyj. Ist Ukrainisch älter als Russisch? Der Kampf zwischen Soft Power und Neopaganismus S. 108
Odessa S. 127
Rückkehr, kleine rumänische Odessas und ein folgenschwerer Knochenbruch S. 152
Rumänien und der verlorene Kilijaarm S. 155
Periprava: Zwischen Komplizenschaft und Intimität S. 173
C. A. Rosetti: Die vernachlässigte Ambulanz und die prachtvolle Kathedrale S. 188
Sulina: Das verschwundene Europolis und die schrumpfende Stadt S. 192
Die Schlangeninsel und Potemkinscher Frieden S. 208
Sfântu Gheorghe: Kaviar und ein angebliches Versprechen S. 221
Der Überlebenskampf der Saporoger Kosaken S. 231
Versinkt Sfântu Gheorghe? S. 239
Tulcea: Russischer Einfluss und ein Paradies für Spione zwischen der Donau und der Festung mit keltischem Namen S. 241
Die stille Stadt und über positive Effekte von Kriegen S. 248
Die Sekte der Eunuchen S. 258
Komplizierte Verhältnisse an der Donaumündung und die Gefahr von Jalta 2. 0 S. 262
Slava Rus , das Dorf an der Mündung und die römische Festung S. 270
Kloster Uspenia, Slava Rus S. 274
Kloster Vovidenia, Slava Rus S. 277
Die Leprakolonie von Tichile ti: Wie man lebt, wenn die Eltern leprakrank sind S. 283
Br ila S. 292
Br ila-Bukarest in 24 Stunden S. 301
Comrat, die Hauptstadt Gagausiens S. 305
Tiraspol, die Hauptstadt Transnistriens . 314
Russische Präsenz in Tighina S. 331
Cahul in der Republik Moldau S. 340
Gala i S 352
Die Dichterin, der Hafen und die gefangene Stadt S. 358
Der Donau-Schwarzmeer-Kanal S. 365
Schlussfolgerungen: Wer bedroht die Donaumündung und wer ist im Vorteil. S. 369
Nachwort zur deutschen Ausgabe: Wer die Donauregion (noch) retten kann und warum niemand Ikarus abstürzen sieht S. 377
Danksagungen S. 385
Literaturverzeichnis S. 387