Carl hat sein Abitur in der Tasche und beschließt, dass er erst mal eine Auszeit nimmt und mit einem Segelboot über den Atlantik will. Das ist ein spontaner Einfall - die Idee bekam er mit 14. Jetzt ist er 18 und will ein Abenteurer und Pirat werden, sich die Welt ansehen und viel erleben. Es ist eine Mischung aus Abenteuerlust und teils auch Naivität, die in am Ende 3 ¿ Jahre über Europa bis in die Karibik und Südamerika bringen wird. Mit verschiedenen Leuten, auf verschiedenen Wegen und auf dem Meer. Als er wieder in Deutschland ankommt, ist er 22 und beginnt, dieses Buch zu schreiben. Nun könnte man denken: noch ein Buch über eine private Reise. Aber dieses Buch ist ein wenig anders. Zum einen ist der Autor sehr jung. Das merkt man oft an der Sprache, aber das macht es auch erfrischend. Zum anderen geht er zwar teils naiv an die Sache ran, aber er hat viele Ideale, an denen er aber nicht stoisch festhält, sondern die er weiterentwickelt, wenn er erkennt, dass es nötig ist. Er geht aber geht aber auch mit einer sehr unverbrauchten Sicht an die Sache heran. Das Buch hat sich gut gelesen. Natürlich spielt viel auf dem Meer, aber eben nicht nur. Und es geht um viel mehr Dinge als einfach nur Segeln. Er erkennt schnell die Unterschiede zwischen dem reichen Europa und den armen Ländern Südamerikas. Er bleibt vielen seiner Pläne sehr treu. Er kann sich selbst sehr gut reflektieren. Und er kommt vorwärts - in dem Fall mit dem Erwachsenenwerden. Er arbeitet oft sehr hart, um etwas zu erreichen. Er hat immer die Unterstützung seiner Familie, kann Fehler eingestehen und daraus lernen. Und er bleibt trotzdem jung ... und am Ende ist er ein Stück erwachsener geworden und hat mit einer Ausbildung den nächsten Plan für sein Leben. Das alles liest sich wirklich sehr gut und bekommt von mir eine Leseempfehlung.