Wichtiges Thema, aber wenig Neues und eher trocken geschrieben. Für Einsteiger trotzdem eine gute Empfehlung.
Mit Themen wie Frauenhass, Gewalt gegen Frauen und gesellschaftlicher Benachteiligung kommt man immer wieder in Berührung. Sei es durch eigene Erfahrungen, Berichte in den Nachrichten oder Erzählungen von anderen. Deshalb war ich gespannt darauf, wie Kristina Lunz und Düzen Tekkal diese Themen in Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen? aufarbeiten."Gewalt erscheint als Ausnahme, als tragischer Ausrutscher oder schockierender Einzelfall. Der Blick auf die eigentlichen Machtverhältnisse fehlt." - S. 118Die Autorinnen beschäftigen sich unter anderem mit Femiziden, Gewalt in Beziehungen, digitaler Gewalt, Frauenhass im Netz und den gesellschaftlichen Strukturen dahinter. Außerdem formulieren sie konkrete Forderungen und zeigen auf, an welchen Stellen sich gesellschaftlich und rechtlich noch etwas verändern müsste.Inhaltlich finde ich das Buch wichtig, für mich persönlich war allerdings nicht besonders viel Neues dabei. Wenn man sich schon häufiger mit diesen Themen beschäftigt oder ähnliche Bücher gelesen hat, kennt man viele der angesprochenen Punkte wahrscheinlich bereits. Dadurch hatte ich beim Lesen stellenweise das Gefühl, Bekanntes noch einmal gebündelt vor mir zu haben."Fortschritt war immer das Ergebnis von Menschen, die unbequem wurden. Und genau deshalb ist es so gefährlich, wenn Menschen beginnen zu glauben, sie seien ohnmächtig." - S. 137Auch der Schreibstil war für mich eher trocken. Ich bin zwar schnell durch das Buch gekommen, aber weniger, weil es mich sprachlich gepackt hat. Gerade bei einem Thema, das ohnehin schwer ist, hätte ich mir an manchen Stellen eine etwas zugänglichere Aufbereitung gewünscht.Trotzdem finde ich das Buch empfehlenswert, vor allem für Menschen, die anfangen möchten, sich mit Frauenhass, Gewalt gegen Frauen und den gesellschaftlichen Hintergründen auseinanderzusetzen. Dafür bietet es einen guten Überblick über verschiedene Bereiche und zeigt, wie unterschiedlich Frauenhass auftreten kann.Für mich persönlich waren es am Ende 3 Sterne, weil mir inhaltlich zu wenig Neues begegnet ist und ich den Schreibstil eher trocken fand. Die Relevanz des Themas schmälert das für mich aber nicht.