Seltsame Sally Diamond von Liz Nugent ist für mich kein klassischer Psychothriller gewesen, hat mich aber sehr gut unterhalten.
Sally muss unglaublich schnell lernen selbstständig zu sein, nachdem sie ihren Vater tot auffindet. Obwohl sie Anfang vierzig ist, ist sie eben nicht normal aufgewachsen und hat verstörendes in ihrer Kindheit mitbekommen was sie jetzt noch nachhaltig prägt. Auch wenn sie sich wegen der starken Medikamente an nichts mehr erinnern kann, hat es sie doch geprägt.
Ich konnte total mit Sally mitfühlen und fand sie eigentlich auch ganz sympathisch. Man fühlt bei ihrer Geschichte automatisch mit auch wenn man erst nach und nach alles erfährt. Man hat Verständnis, dass sie in bestimmten Situationen immer erst anders reagiert, ich fand aber, dass sie sich wirklich viel selbst reflektiert und auch merkt, wenn sie sich falsch verhalten hat. Da tragen aber auch ihre Freunde und Bekannten einen großen Teil dazu bei, weil sie ihr auch erklären, welche Fragen man z. B. nicht stellen sollte, weil sie zu persönlich sind usw.
Ich fand Sallys Fortschritte sehr bewundernswert, trotzdem hat man auch Momente wo man wirklich frustriert über Sally und ihre Taten oder Worte ist.
Die Handlung war sehr spannend durch die Perspektivwechsel zwischen Sally und Peter (hier mit Zeitsprüngen).
Es wurde gerade bei den Rückblicken teils wirklich verstörend und abstoßend, dann wiederum hatte man mit Peter Mitleid und Verständnis, auch wenn das oft in der nächsten Szene wieder komplett ins Gegenteil umschlug.
Die Handlung insgesamt fand ich abwechslungsreich und spannend geschrieben, man ist immer zwischen Vergangenheit und Gegenwart aus verschiedenen Perspektiven gesprungen, aber noch in einem angenehmen Maß.
Das Tempo fand ich eher ruhig, weil das meiste eben schon in der Vergangenheit passiert ist. Da hätte ich mir etwas mehr auch in der Gegenwart gewünscht, damit es ein richtiger Nervenkitzel ist.
Insgesamt hat mich das Buch aber gut unterhalten.