Slow-Burn-Romance über Nähe, Ehrlichkeit und einen folgenreichen Bestseller.
Noah wuchs vor laufenden Kameras auf und hat sich mit neuer Identität ins Private zurückgezogen. Frei fühlt er sich dort allerdings nicht, und als seine Schreibkarriere ins Stocken gerät, rettet er sich mit einer Ausrede: Er arbeite an einem Liebesroman. Das Problem: Von Liebe versteht er nichts. Inspiration findet er ausgerechnet in Alyssa, seiner Projektpartnerin im Studium, die von alldem keine Ahnung hat.Mir hat gefallen, wie die Geschichte Stück für Stück an Fahrt gewinnt. Die Annäherung der beiden wirkt nie gehetzt, sondern wächst aus kleinen Momenten und Gesprächen. Man spürt, wie aus Noahs vermeintlicher Recherche echte Gefühle werden und wie das schlechte Gewissen im Hintergrund mitwächst, zumal Alyssa auf Aufrichtigkeit großen Wert legt. Dass es irgendwann knallt, ist also klar, und genau darauf steuert die Handlung spannend zu. Einzelne Entscheidungen von Noah fand ich zwar nicht ganz nachvollziehbar, ein offenes Wort früher hätte ihm viel Ärger erspart. Aber ohne diese Reibung gäbe es den Konflikt nicht, den die Geschichte braucht.Der Schreibstil von Jella Benks ist locker, bildhaft und leicht zugänglich. Die Dialoge wirken natürlich, es gibt immer wieder Szenen zum Schmunzeln, und auch die leiseren Passagen bekommen Tiefe, weil Noahs Unsicherheit und seine Prägung durch die Kindheit im Rampenlicht greifbar werden. Ich war schnell in der Handlung drin und habe die Kapitel gerne weggelesen.Insgesamt eine gefühlvolle New-Adult-Romance mit Hidden Identity, Slow Burn und einem stimmigen Ende. Besonders schön fand ich, dass es am Ende nicht um Ruhm geht, sondern darum, wer man ohne Publikum sein möchte. Wer sympathische Figuren und eine ruhige, warme Liebesgeschichte mag, ist hier gut aufgehoben. Eine klare Leseempfehlung von mir.