Olive freut sich riesig darauf, ihren Freund auf Hawaii endlich wiederzusehen. Die beiden führen seit Kurzem eine Fernbeziehung und deshalb nimmt Olive sogar ihre ausgeprägte Flugangst für den 13-stündigen Flug auf sich. Dumm nur, dass ausgerechnet Tyler neben ihr sitzt - ihre erste große Liebe, die sie trotz allem nie ganz vergessen konnte. Und als wäre die ohnehin schon ziemlich unangenehme Situation nicht kompliziert genug, scheint Tyler keineswegs vor zu haben, Olive einfach zu ignorieren. Zwischen alten Gefühlen, unausgesprochenen Dingen und der Frage, ob wirklich alles im Leben so laufen muss, wie man es geplant hat, wird der Flug für Olive schnell zu einer ganz anderen Reise als gedacht.Bei "We've Hit Turbulence" von Jessica L. Cozzi habe ich tatsächlich ein bisschen gebraucht, um richtig in die Geschichte hineinzukommen. Sehr gut gefallen haben mir allerdings von Beginn an die Dialoge. Die Gespräche zwischen Olive und Tyler sind locker, witzig und teilweise schön schlagfertig, sodass sich das Buch insgesamt angenehm leicht lesen lässt. Gleichzeitig merkt man zwischen den beiden von Anfang an, dass da noch einiges unausgesprochen ist. Trotz ihrer gemeinsamen Vergangenheit besteht weiterhin eine Verbindung, die beide nicht so einfach ignorieren können. Gerade dieses Hin und Her zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was eigentlich dahintersteckt, mochte ich gerne.Olive ist dabei eine Protagonistin, die ihr Leben am liebsten komplett durchplant. Ihr heiliger Planer ist eigentlich schon fast ein eigener Charakter. Abweichungen von ihren Vorstellungen sind nicht unbedingt vorgesehen und spontan sein gehört definitiv nicht zu ihren größten Stärken. Tyler könnte dagegen kaum unterschiedlicher sein: Er lebt eher in den Tag hinein und lässt die Dinge auf sich zukommen. Diese Gegensätze funktionieren grundsätzlich gut und sorgen auch für einige schöne Situationen.Besonders mochte ich Olives Entwicklung im Laufe der Geschichte. Sie beginnt langsam, ihre festen Vorstellungen und Pläne zu hinterfragen und erkennt, dass nicht immer alles genau so laufen muss, wie sie es sich vorher zurechtgelegt hat. Diese Entwicklung fand ich schön und passend zur Geschichte. Gerade weil sie nicht einfach nur darum geht, für wen Olive sich am Ende entscheidet, sondern auch darum, was sie selbst eigentlich möchte.Auch die Atmosphäre hat mir besser gefallen, sobald die Geschichte Hawaii erreicht. Ich war ehrlich gesagt ganz froh, dass der Schauplatz nicht ausschließlich das Flugzeug geblieben ist, denn gerade bei dem langen Flugabschnitt hatte ich zunächst etwas Bedenken. Die Hawaii-Szenen bringen deutlich mehr Abwechslung mit und einige der Orte und Landschaften werden wirklich schön beschrieben. Dadurch kommt ein richtig schönes Hawaii-Feeling auf. Davon hätte ich tatsächlich gerne noch etwas mehr gehabt. Der relativ lange Teil im Flugzeug war für mich stellenweise doch etwas unspektakulär, was das Setting angeht, und dadurch hat auch die Atmosphäre zwischendurch ein wenig nachgelassen.Generell gab es für mich leider immer mal wieder kleinere Längen. Gleichzeitig hatte ich auch mit Olive und Tyler ein kleines Problem: Ich bin mit beiden nicht ganz warm geworden. Ich glaube, dass sie mir einfach etwas zu jung beziehungsweise in manchen Situationen zu naiv und kindlich in ihrem Denken und Handeln waren. Dadurch konnte ich mich nicht immer richtig in sie hineinversetzen und mir hat ein bisschen die persönliche Verbindung zu den beiden gefehlt. Das hat sich dann leider auch darauf ausgewirkt, wie sehr ich ihre Beziehung und die Gefühle zwischen ihnen nachempfinden konnte. Ich konnte zwar nachvollziehen, dass zwischen ihnen noch etwas ist, habe diese große emotionale Verbindung aber nicht immer selbst gespürt.Trotzdem fand ich es interessant, dass das Buch neben der lockeren Liebesgeschichte auch ernstere Themen anspricht. Für ein Jugendbuch sind einige davon durchaus tiefgründig und gerade für eine jüngere Zielgruppe vermutlich sehr ansprechend. FazitInsgesamt ist "We've Hit Turbulence" von Jessica L. Cozzi für mich eine süße, lockere Geschichte mit einer interessanten Ausgangssituation, witzigen Dialogen und einigen schönen Hawaii-Momenten. Ich mochte besonders Olives Entwicklung und die Dynamik zwischen den beiden, auch wenn ich emotional nicht ganz so stark bei den Charakteren angekommen bin. Für mich gab es zwischendurch ein paar Längen und die Protagonisten waren mir teilweise etwas zu jung und naiv, aber gerade für jüngere Leser:innen, die leichte Romance mit etwas ernsteren Themen mögen, kann ich mir die Geschichte gut vorstellen.