Spannend, flüssig und mit ordentlich Tempo ¿ ein Pageturner, den ich trotz kleiner Schwächen gerne gelesen habe. 4,5 Sterne
Als bekennende Arno-Strobel-Leserin habe ich natürlich auch "Happy Weekend" gelesen. Durch die teilweise kritischen Stimmen anderer eingefleischter Strobel-Fans bin ich allerdings mit einer gewissen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen - insbesondere wegen der teils sehr drastischen Gewaltdarstellungen. Umso gespannter war ich auf meinen eigenen Eindruck.Zunächst einmal bin ich sehr gut in die Geschichte hineingekommen. Der Schreibstil war für mich wieder typisch Strobel: flüssig, unkompliziert und unglaublich gut zu lesen. Die Geschichte hatte einen hohen Pageturner-Faktor und war für mich durchgehend spannend. Die ersten drei Viertel habe ich an einem Nachmittag regelrecht weggesuchtet - wenn da nicht irgendwann die Arbeit gerufen hätte. Einen Punkt, über den ich allerdings schon früh gestolpert bin, war der GPS-Tracker im Koffer. Ich konnte mir gut vorstellen, warum man so etwas bei einer Flugreise dabei hat, um den eigenen Koffer orten zu können. Aber wenn der Koffer ohnehin die ganze Zeit im eigenen Kofferraum liegt, hat sich mir der Sinn dafür nicht wirklich erschlossen. Diese kleine Ungereimtheit ist mir einfach im Kopf hängen geblieben.Auch bei den Plot-Twists hatte ich leider nicht ganz den gewünschten Überraschungseffekt. Einige Entwicklungen konnte ich bereits erahnen, weshalb ich mir hier etwas mehr Überraschungsmomente gewünscht hätte.Die teils sehr heftigen Szenen rund um Gewalt und Grausamkeit sind für mich eine etwas andere Seite von Arno Strobel. Schlecht fand ich das nicht - ich hätte es zwar nicht unbedingt gebraucht, aber es war definitiv einmal etwas anderes. Dabei spielt natürlich auch die eigene Vorstellungskraft eine Rolle. Mein Kopf scheint solche Szenen beim Lesen automatisch ein wenig abzufedern, sodass die Bilder in meiner Vorstellung weniger drastisch ausfallen.Noch kurz zum Cover: Das Waschbecken hat sich mir nicht ganz erschlossen. Sicherlich gibt es einen Bezug zu einer Szene, in der Blut von den Händen gewaschen wird, aber auch das beschlagene Glas konnte ich für mich nicht wirklich mit dem Inhalt verbinden. Das ist allerdings eine persönliche Wahrnehmung und hat meine Bewertung nicht beeinflusst.Unterm Strich habe ich "Happy Weekend" sehr gerne gelesen. Es ist ein unglaublich flüssig zu lesender und durchgehend spannender Pageturner, der mich bestens unterhalten hat. Abzüge gibt es für mich vor allem für die teilweise vorhersehbaren Wendungen und dafür, dass mir bei Handlung und Emotionen etwas mehr Tiefe gefehlt hat.Trotzdem hatte ich als Strobel-Fan viel Spaß mit dem Buch - und natürlich werde ich auch das nächste Buch wieder lesen