Cover & Klappentext
Das Cover ist toll gestaltet worden und passt in allen Belangen perfekt zum Buch.
Obwohl ich häufig Probleme mit optischen Vorgaben von Protagonisten habe, stört es hier wenig, weil es illustriert wurde.
Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Was mich etwas abgeschreckt hat, war die Altersvorgabe. Wenn die Protagonisten zu jung sind, besteht das Risiko, dass die Handlung mich nicht fesseln kann, weil ich im Grunde nicht gerade zur Zielgruppe gehöre.
Hier habe ich es nicht bereut.
Meinung
Kurz bevor ihre beste Freundin und Cousine an die School of Sky wechseln soll, erwacht auch Yanas Seelenstein. Leider ist er, im Gegensatz zu Beckys, Schwarz. Dennoch darf sie nun die sagenumwobene Schule besuchen, in der alles ziemlich seltsam ist. Anstatt normalen Unterrichts besteht die Einführungswoche aus lebensbedrohlichen Prüfungen. Ihr einziger Verbündeter ist ihr Seelenpferd Nox, der zu den Nachtmahren zählt, und die schrägsten Sprüche in den unpassendsten Situationen zum Besten gibt.
Von Anfang an liegt der Fokus der Hausleiter Oden und Taran auf Yana, besonders als der Seelenstein einer Lichtschwinge gestohlen wird. Bevor das Tier nicht mehr zu retten ist, begibt sich Yana auf die Suche und kommt schrecklichen Geheimnissen auf die Spur.
Wem kann sie noch vertrauen, wenn nichts so ist, wie es scheint?
Aus der Sicht von Yana wird man durch die Handlung geführt. Der Einstieg ist definitiv spannend, hätte aber gefühlsträchtiger sein können, weil diese beschriebenen Geschehnisse aus der Vergangenheit Auswirkungen auf die Zukunft der Hauptprotagonistin haben.
Die richtige Geschichte fängt ein paar Jahre später an.
Ich habe die ganze Zeit überlegt, wie alt Yana wohl sein mag. Klar ist, dass sie ein Teenager ist. Ich tippe auf etwa fünfzehn, falls das für potenzielle Leser ausschlaggebend ist.
Da sie bei ihrer Tante aufwächst, die sich eher widerstrebend ihrer angenommen hat, wirkt sie recht vernünftig. Sie ist natürlich nicht die klassische Heldin. Das Erste, was mir zu ihr in den Sinn kam, war: Die Neugier ist der Katze Tod.
Ihre Neugierde bringt sie erfolgreich immer wieder in Schwierigkeiten, und genau das treibt die Story voran. Dennoch wirken alle Geschehnisse natürlich, nicht künstlich herbeigezogen.
Das macht die Geschichte ziemlich spannend, sodass man gern dranbleibt. Dafür ist auch der fabelhafte Schreibstil verantwortlich, der locker und leicht durch die Szenen führt. Der Ausdruck und die Wortwahl ist Teenagern angepasst. Manchmal sogar zu sehr, wenn ich an eine Randfigur denke. Einige Satzfragmente habe ich absichtlich ignoriert. Das war einfach nicht mein Fall. Aber damit muss man rechnen, wenn man ein Jugendbuch liest, und dieses Alter überschritten hat.
Apropos Charaktere: Nicht alle bringen eine deutliche Präsenz mit und gehen im Gesamtgefüge etwas unter. Das mag sich noch ändern, da es erst der erste Teil ist, aber ich gehe nicht davon aus. Die wichtigsten Figuren wurden aber deutlicher herausgearbeitet. Sie zeichnen sich durch ihre hervorstechenden Unterschiede aus. Inwieweit diese Entwicklungspotenzial mitbringen, wird sich zeigen. Ich nehme jedoch an, dass der Fokus immer auf Yana verbleibt, die hoffentlich in der Fortsetzung etwas mehr Tiefgang bekommt.
Nichtsdestotrotz konnte die Geschichte als Ganzes bei mir punkten. Die Autorin hat das richtige Maß zwischen der Freigabe von Informationen und dem Zurückhalten selbiger gefunden. Bedenkt man noch das perfekte Tempo, die witzigen Sprüche von Nox, der im Übrigen toll gelungen ist, und das Spiel diverser Gegensätze, ist das Buch ein wahrer Pageturner.
Fazit
Eine überraschend vielversprechender Auftakt einer Fantasy-Reihe, der nicht nur etwas für Teenager ist. Die Autorin beweist hier Geschick mit der authentischen Darstellung der Jugend, ohne dass es zu anstrengend wird, sondern mitreißt.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.