Trotz einiger Schwächen und einer holprigen, inkonsistenten ersten Hälfte, konnte das Buch in der zweiten Hälfte absolut überzeugen!
*** Band 1 ***¿GesamteindruckEhrlich gesagt habe ich das Buch vor allem gekauft, weil eine meiner Lieblingskünstlerinnen die Charakterkarte gestaltet hat. Dieses Artwork ist einfach unfassbar schön! Das Buch geht auch erst einmal interessant los, aber schon nach wenigen Kapiteln kommt die Ernüchterung, denn der Schreibstil ist teilweise wirr, vor allem die Kämpfe sind nicht gut oder spannend beschrieben. Es kommt immer wieder zu Kontinuitätsfehlern und sich plötzlich ändernden Wesenszügen ein den Charaktern der Figuren. In der ersten Hälfte fühlte es sich fast so ein bisschen an, als wäre die Autorin beim Schreiben noch am Überlegen und Konstruieren der Geschichte gewesen. Dadurch wirkt das Worldbuilding auch manchmal etwas fad. Dann zur zweiten Hälfte des Buches fügt sich aber endlich alles zusammen! Ich habe einfach angefangen, die Inkonsistenzen zu verdrängen, weil die Geschichte an sich einfach viel zu viel Spaß gemacht hat. Leider hat es für mich zwischen der Protagonistin und den beiden Männern nicht so richtig gefunkt. Tatsächlich ist die Tension zwischen den beiden Männern deutlich stärker und intensiver. Teilweise so intensiv, dass ich mir gewünscht habe, dass das hier zu einer M/M-Romance wird. Kleiner Spoiler an der Stelle: Wird es nicht ¿¿ PositivesIn der zweiten Hälfte wird es deutlich besser und zum Ende hin gibt es einige tolle Plottwists, die sehr gut aufgebaut worden sind und mich absolut mitreißen konntenIch mochte den Erzählstil an sich gern, also die Perspektivwechsel, die Figuren, die auch den Leserinnen nicht alles von sich offenbaren etc. Die verschiedenen Dämonenarten und die Darstellungen: Auch, wenn das Worldbuidling an sich noch ausbaufähig ist, war die ganze Konstruktion rund um die Dämonen unfassbar gut gelungenIch mochte, dass einige Handlungen und Entscheidungen im Off passiert sind und wir als Leserinnen nicht alles vorgekaut bekommen haben, dies hat der Geschichte den nötigen Schwung gegeben. Auch für moralische Einordnungen brauche ich die Autorin nicht, die Autorin hat vieles implizit gelassen und das Denken den Leserinnen überlassen - großer Fan davon ¿Die Magie von Severin!Yuriel: Für mich die spannendste Figur mit der interessantesten Entwicklung. Ich fand es toll, ihm dabei zuzusehen, wie er seine Fehler erkennt, weiterhin Fehler macht, aber nach und nach zu Erkenntnissen kommt, die alles verändern. Das war sehr spannend!Die Tension zwischen Severin und Yuriel war wirklich nicht von dieser Welt. Eigentlich kann ich Dreiecksbeziehungen sehr viel abgewinnen und feuere gern meinen Favoriten an, aber hier fand ich, dass die Protagonistin Aurelie sogar manchmal wie das fünfte Rad am Wagen wirkte :D¿ NegativesDie erste Hälfte des Buches war teilweise nicht gut. Das lag vor allem an den teilweise gravierenden Kontinuitätsfehlern bzw. dem Weglassen von notwendigen Informationen, um bestimmte Zusammenhänge zu verstehen. Es war, als wüsste die Autorin am Anfang selbst noch nicht, was das hier werden soll. Am meisten ist mir das bei der Protagonistin aufgefallen, die dadurch auch einen inkonsistenten Charakter hat, der sich in den ersten Kapiteln vom Rest des Buches unterscheidetDie Protagonistin: Aurelie ist eine Protagonistin, der ich nicht so gern gefolgt bin. Zum Einen schwingt sie sich als absolut moralisch überlegen auf, aber dann tut sie völlig überzogene, unverhältnismäßige Dinge, die auch überhaupt nicht von anderen Figuren gespiegelt werden. Einfach Plot Armour Deluxe. Es ist nicht so, dass ich sie unsympathisch finde, es wirkt eher, als wenn die innere Logik der Geschichte bei Aurelie aufhört, zu existieren und das schadet der Stringenz des Buches massiv. Die Actionszenen sind teilweise wirr und unspannend geschriebenEine Karte wäre gut gewesen, Größenverhältnisse von Gebieten blieben unklar.Das Love Triangle: Eigentlich liebe ich Love Triangle, aber dieses hier ist nicht so gut gelungen, weil einer der Männern doch ganz schön früh albgefrühstückt wurde und die beiden Männer mit Aurelie nicht so die Chemie haben, wie erhofft. Für mich sind jegliche Arten von angeteaserten Dreiecksbeziehungen in Büchern absolut sinnlos, wenn von vornherein alles klar ist - in dem Fall kann man es sich nämlich sparen, es ist nur anstrengend. Ich wünschte, beide Männer wären gleichwertige Optionen, aber vielleicht überrascht die Autorin hier im zweiten Band noch, sie hat ja bereits bewiesen, dass sie offen für angsty Plot Twists ist :)¿ FazitIch mochte leider die erste Hälfte nicht, aber die zweite Hälfte des Buches sowie die Plot Twists, die wirklich gut vorbereitet wurden, konnten es wieder rausreißen. Dabei schwanke ich zwischen 3,5 bis 4 Sternen und möchte auf jeden Fall das zweite Buch lesen!