Packender Jugendthriller über Loyalität, Rassismus und die Suche nach Gerechtigkeit in DC.
Mit seinem neuesten Werk beweist Nick Brooks erneut sein Talent dafür, den Finger direkt in die offenen Wunden der Gesellschaft zu legen. ¿Up in Smoke¿ ist weit mehr als ein klassischer Krimi; es ist ein eindringliches Porträt über das Aufwachsen in einem Washington D.C., in dem das Vertrauen in die Ordnungshüter für junge POC längst zerbrochen ist.Die Geschichte: Zwischen Fehltritt und Verschwörung Die Handlung katapultiert uns direkt in die angespannte Atmosphäre einer Black-Lives-Matter-Demo. Unser Protagonist Cooper begeht einen folgenschweren Fehler: Aus Gruppenzwang lässt er sich zu einer Plünderung hinreißen. Doch als Schüsse fallen und eine Frau stirbt, wird aus jugendlichem Leichtsinn bitterer Ernst. Sein Freund Jason landet hinter Gittern, und Cooper muss sich fragen, wie viel Wahrheit er preisgeben kann, ohne selbst unter die Räder einer Justiz zu geraten, die ihn ohnehin schon vorverurteilt hat. Gemeinsam mit Monique, Jasons taffer Schwester, beginnt eine gefährliche Suche nach dem echten Schützen, die beide an ihre Grenzen bringt.Der Schreibstil: Unverfälscht und rasant Brooks nutzt einen modernen, sehr direkten Erzählstil. Durch den Perspektivwechsel zwischen Cooper und Monique erhalten wir tiefe Einblicke in ihre zerrissenen Gefühlswelten. Besonders beeindruckend ist, wie authentisch die innere Zerrissenheit der Jugendlichen eingefangen wird ¿ man spürt förmlich den Druck, unter dem sie stehen.Zwar wirkt die deutsche Übersetzung bei manchen Slang-Begriffen (wie dem ¿kleinen Homie¿) gelegentlich etwas hölzern, was im englischen Original sicher flüssiger klingt, doch das nimmt der Dynamik kaum den Wind aus den Segeln. Das Tempo ist vor allem zu Beginn enorm hoch, gönnt sich im Mittelteil kurze Verschnaufpausen und gipfelt in einem Finale, das fast schon zu plötzlich über den Leser hereinbricht.Mein Fazit Das Buch ist ein optisches wie inhaltliches Highlight. Die haptische Gestaltung des Covers (man meint, eine echte Mauer zu berühren) spiegelt das Thema perfekt wider. Trotz kleinerer Längen und einer dezenten Lovestory, die glücklicherweise nie die ernsten Themen wie Polizeigewalt und strukturelle Diskriminierung überlagert, ist dies ein absolut relevanter Roman. Ein wichtiges Stück Jugendliteratur, das zum Nachdenken anregt und zeigt, dass die Wahrheit manchmal ein gefährliches Gut ist.