Dieses Buch war für mich ein unerwartetes Highlight!
Ich hatte das Buch schon das ein oder andere Mal in Beiträgen gesehen und war dadurch sofort neugierig geworden. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich die Möglichkeit bekommen habe, es als Rezensionsexemplar zu lesen. Das beeinflusst meine Meinung aber natürlich nicht.Schon der Klappentext klang für mich unglaublich interessant und auch optisch ist das Buch wirklich hübsch. Was ich allerdings nicht erwartet hatte, dass sich hier für mich ein persönliches Highlight versteckt.Auch wenn die Meinungen zu diesem Buch etwas auseinandergehen, hat mich die Geschichte völlig mitgerissen. Und das, obwohl ich auf den ersten Seiten zunächst ein paar Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte hineinzufinden.In der Welt gibt es zwei große Fronten. Auf der einen Seite stehen die Artisans, die über unterschiedliche Kräfte verfügen, beispielsweise die Fähigkeit zur Elementbeschwörung. Ihnen gegenüber steht die Handwerkergesellschaft, die keine Kräfte besitzt und für ihre Rechte kämpft. Die Angehörigen dieser Gesellschaft bilden damit das genaue Gegenstück zu den eher elitären Artisans.Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der Sprache der Figuren wider. Während die Artisans sich eher gewählt ausdrücken, sprechen die Handwerker deutlich schnodderiger. So wird aus "nicht" beispielsweise "nich", aus "jetzt" "jetz" und aus "ein" häufig nur "'n" oder "nen". Das zieht sich konsequent durch das gesamte Buch und darüber bin ich am Anfang tatsächlich ein wenig gestolpert. Allerdings hat mich die Geschichte so schnell für sich eingenommen, dass mir diese Besonderheit schon bald überhaupt nicht mehr aufgefallen ist.Auch die beiden Erzählperspektiven waren zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Nina wird aus der Ich-Perspektive erzählt, während Patricks Perspektive in der Erzählperspektive geschrieben ist. Aber auch daran habe ich mich sehr schnell gewöhnt.Die Geschichte selbst empfand ich als durchgehend spannend und emotional. Der Konflikt zwischen den beiden Fronten und der daraus entstandene Krieg wurde für mich sehr authentisch dargestellt. Gleichzeitig ist das Buch aber keineswegs durchgehend schwer oder bedrückend. Die Romanze nimmt ebenfalls einen wichtigen Teil der Geschichte ein und genau diese hat mein Herz wirklich zum Flattern gebracht. Ich konnte mich vollkommen in diesen Emotionen verlieren und irgendwann war es mir schlicht nicht mehr möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Schlaf wurde dabei irgendwann eher zur Nebensache.Besonders gut gefallen hat mir Ninas Entwicklung. Die Geschichte beginnt, als sie zwölf Jahre alt ist, und wir begleiten ihre nächsten dreizehn Jahre im Überblick, bevor die eigentliche Hauptgeschichte beginnt. Diesen Aufbau fand ich ausgesprochen interessant, weil man dadurch ihre Entwicklung wirklich nachvollziehen kann. Später gibt es zusätzlich Rückblicke, die bestimmte Ereignisse noch einmal aus einem anderen Blickwinkel beziehungsweise intensiver beleuchten.Auch Patrick konnte mich als Charakter vollkommen überzeugen. Er steckt zwischen seinen politischen Überzeugungen und seinen Gefühlen fest und genau dieser innere Konflikt war für mich sehr glaubwürdig und greifbar. Dazu kommt ein kleiner Love Triangle, und wer mich kennt, weiß, dass ich diesen Trope einfach liebe.Das Worldbuilding ist eher klein gehalten, passt dadurch aber unglaublich gut zur Handlung. Es wirkt in sich stimmig und nicht unnötig aufgebläht. Auch das Magiesystem hat mir sehr gefallen. Es ist faszinierend, ohne abgehoben oder unnötig kompliziert zu sein, und bleibt dadurch für mich sehr greifbar.Ein weiteres Highlight waren für mich die Nebencharaktere. Sie haben alle ihre eigene Stimme und wirken dadurch sehr individuell. Viele von ihnen habe ich im Laufe der Geschichte wirklich ins Herz geschlossen und mit ihnen mitgefühlt.Was mich ebenfalls begeistert hat: Obwohl ich das Buch fast durchgehend gelesen habe, hatte ich nie das Gefühl, durch die Seiten zu hetzen. Die Spannung konnte zwischendurch nahezu unerträglich werden, trotzdem habe ich jede einzelne Zeile genossen. Ich habe mich einfach komplett in dieser Geschichte fallen lassen.Und dann kam das Ende.Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, denn ich möchte nichts vorwegnehmen. Nur so viel: Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen und mich mit einer gewissen Verzweiflung zurückgelassen. Vor allem, weil ich jetzt natürlich unbedingt wissen möchte, wann der nächste Teil erscheint.Egal, wann es soweit sein wird, ich weiß jetzt schon, dass mir dieser erste Band noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich werde mich gedanklich definitiv noch eine ganze Weile in dieser Geschichte aufhalten.Für mich ist "A Forbidden Alchemy" damit ganz klar ein persönliches Highlight geworden und ich bin unglaublich gespannt darauf, wohin Stacey McEwan diese Geschichte noch führen wird.