3,5 Sterne für einen ehrlichen Blick aufs Reisen. Teils wiederholend und kritisiert mehr, als Vorschläge zu machen, wie es besser geht.
"Travel is broken" wirft einen schonungslosen Blick auf unser Reiseverhalten, der teilweise ziemlich gnadenlos wirkt. Davon "nicht den Zeigefinger" zu erheben, kann hier keine Rede sein - eher fühlt es sich so an, als würde der Autor permanent mit dem Finger auf jeden zeigen, der schon einmal zum Spaß das Heimatland verlassen hat. Jedes Kapitel hat sein eigenes Thema, wobei Laage einen großen Bogen spannt vom Stress der Urlaubsplanung, über die überhöhten Erwartungen dank Social Media, FOMO, die Privilegien von uns Reisenden und wie sich das Reisen historisch entwickelt und gewandelt hat. Es sind immer wieder spannende und auch wichtige Erkenntnisse dabei, allerdings fiel es mir schwer, das Buch am Stück zu lesen, da man mit Informationen überschüttet wird. Ein paar mehr persönliche Anekdoten oder auch Erfahrungen anderer Reisender hätte das Ganze vielleicht etwas auflockern können.Was mich aber wirklich gestört hat, war der ziemlich pessimistische Ton des ganzen Buches. Ich war davon ausgegangen, dass den negativen Konsequenzen, die aktuell überall auf der Welt zu sehen sind, mehr "Tipps" und Hinweise gegenüber stehen, wie man selbst es besser machen kann. Oder auch mehr Hinweise auf Organisationen etc., die bereits an einer Besserung arbeiten. Vielleicht war das auch zu viel verlangt, da wir inzwischen längst einen "Tourismus-Kipppunkt" erreicht haben. Dennoch fand ich es schade, das Buch nicht mit einem positiven Gefühl beenden zu können.