Cover & Klappentext
Obwohl das Cover recht einfach gehalten ist, hat es mich angesprochen. Es ist aussagekräftig, passt zur Story und versprüht sofort Snow White-Vibes.
Der Klappentext wiederum verspricht eine überraschend vielschichtige Story und hat mich dementsprechend neugierig gemacht.
Meinung
Die Reiche Phersia und Gehenna werden dank eines Fluches, gewirkt von Asmodea, nach und nach mit ewigem Eis überzogen. Ihr Sohn, der Dämonenprinz Ciarán, geht ein Bündnis mit Nesiana, der Königin von Phersia ein, die dafür auch ihre Tochter opfern würde. Doch Neera und Ciarán ahnen nicht, dass eine alte Prophezeiung sie aneinander bindet. Während sie unabhängig voneinander versuchen, den Fluch zu brechen, schmiedet Asmodea, verbannt in einen Spiegel, ihre eigenen Pläne.
Obwohl ich noch kein Buch der Autorin gelesen habe, war sie mir durchaus ein Begriff. Und Märchen-Adaptionen reizen mich einfach. Da kann ich unmöglich widerstehen.
Überwiegend aus der Sicht von Neera und Ciarán wird man durch das Geschehen geführt, wobei der Einstieg mich sofort begeistert hat. Der erste Eindruck konnte sich leider nicht konstant halten. Angefangen bei den Erklärungen der Hintergründe, die zum Teil nicht konkret genug waren, sodass ich ab und zu ins Stocken kam. Das besserte sich im Verlauf, dennoch gab es einige Ungenauigkeiten in unterschiedlichen Bereichen, die vermutlich auf Unachtsamkeit beruhen.
Unabhängig davon ist die Geschichte aber durchaus gelungen. Neera, die Prinzessin aus Phersia ist einfach nur liebenswert, aber nicht auf die naive Art. Stattdessen ist sie tough und smart. Im Grunde ist es unmöglich, sie nicht zu mögen.
Ciarán, der Dämonenprinz, konnte mich auch abholen. Obwohl ich damit gerechnet habe, dass er mich mehr abstößt. Gemeinhin wird in Märchen oft mit Klischees gearbeitet. Gut gegen böse und so weiter. Dieses Gefühl hatte ich hier zwar auch, aber gerade Ciarán betreffend eher weniger. Vermutlich wollte die Autorin, dass beide Hauptprotagonisten punkten.
Besonders hat mir der Humor gefallen, der immer mitschwang. Der Sarkasmus, die Sprüche sowie die kleinen Besonderheiten. Schon allein deshalb hat es Spaß gemacht, die Story zu lesen.
Der Schreibstil ist solide, wobei ich denke, auch wenn die Autorin schon einige Bücher rausgebracht hat, dass noch Potenzial nach oben besteht. Gerade in der Erzählweise. Ansonsten war er flüssig, könnte aber etwas Eigenes vertragen. Mehr atmosphärisch, mehr bildgewaltig. Das hat mir ein wenig gefehlt.
Die Sichtweisen wechseln in Kapiteln. Das birgt manchmal das Risiko, dass es zu Wiederholungen kommt. Das wurde hier größtenteils vermieden. Die Wiederholungen sind eher an anderer Stelle aufgetreten. Bestimmte Grundlagen wurden des Öfteren erwähnt, aber Hintergründe vernachlässigt. Das sorgte für einige Längen, die man hätte vermeiden können. Ansonsten war das Tempo recht angenehm. Auch die Spannung kam nicht zu kurz.
Für ein paar Zartbesaitete sei hier erwähnt, dass es teilweise recht gewalttätig zugeht, was auch nicht nur angedeutet wurde.
Insgesamt ist die Geschichte auf Unterhaltung ausgelegt. Und würde ich nur diesen Punkt bewerten, dann hätte sie fünf Sterne verdient. Aber ich habe eben auch gesehen, was man hätte besser machen können. Dinge, die mir aufgefallen sind und die ich nicht ignorieren konnte. Dennoch ist das Retelling gelungen.
Fazit
Ein Snow White-Retelling, das es in sich hat. Neera und Ciarán überzeugen, denn auf beide wurde viel Sorgfalt verwendet. Zusätzlich begeistern einige Kleinigkeiten, wobei Pheron alles andere als klein ist. Im Übrigen hätte ich auch gern einen Phyras.
Obwohl es schon diverse Darstellungen von Snow White gibt, ist diese Version noch mal ganz anders und durchaus interessant. Leider finden sich auch diverse Schwächen, weshalb ich drei von fünf Sternen vergebe, jedoch auch eine Leseempfehlung.
Dieses Buch ist eine Neuauflage.