Worum geht es?: Musicaldarstellerin June steht kurz vor ihrem Durchbruch, als sie auf der Bühne erschöpft zusammenbricht. Um sich zu erholen, schickt ihr Vater sie in seine Heimat: auf die beschauliche Insel Föhr. Langeweile pur für die quirlige Großstädterin. Dort trifft sie auf den Matrosen Nick, der mit seiner schroffen Art alle auf Abstand hält und genervt von all den Feriengästen ist. June sucht immer wieder seine Nähe und bringt damit seine Sommerpläne gehörig durcheinander. Nach und nach schafft June es mit ihrer positiven Art, seine Mauern einzureißen, und bald stellt sich nicht nur für sie die Frage, wohin ihr Kompass sie führt. Was, wenn die beiden sich gegenseitig mehr brauchen, als sie denken?
Das Cover: Das Cover von "Wo das Licht die Wellen berührt" hat mich sofort angesprochen. Es ist hübsch gestaltet und vermittelt mit seinem maritimen Hintergrund direkt ein Gefühl von Meer, Wind und Freiheit. Auch der Schriftzug fügt sich harmonisch ein insgesamt ein wirklich gelungenes Design. Well done, lieber Reverlie Verlag.
Der Schreibstil: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von June und Nick erzählt. Größtenteils werden aber die Kapitel aus der Sicht von June erzählt. Der Schreibstil ist solide und angenehm zu lesen, allerdings fehlt es dem Plot an größerem Spannungsaufbau. Viele Entwicklungen sind sehr vorhersehbar, sodass mich die Handlung leider nicht überraschen konnte. Positiv hervorheben möchte ich jedoch, wie präzise der Beruf des Musicaldarstellers beschrieben wird inklusive aller Höhen und Tiefen. Auch die Landschaftsbeschreibungen von Föhr sind wunderbar atmosphärisch. Man bekommt regelrecht Urlaubsfeeling und kann die frische Nordseeluft fast spüren.
Die Hauptfiguren: June als Hauptfigur träumt davon, eine Hauptrolle in einem Musical in London zu ergattern. Dieser Traum scheint zum Greifen nah, bis sie während einer Aufführung zusammenbricht. Ihr Körper zwingt sie zu einer Pause, und so landet sie zunächst widerwillig bei ihrer Oma und ihrem Cousin auf Föhr. Doch entgegen ihrer Erwartungen tut ihr die Insel gut, sie findet Ruhe, fühlt sich heimisch und beginnt, sich selbst neu zu sortieren. Ob sie sich erholen und ihren Traum in London weiterverfolgen kann, bleibt lange offen. Und dann ist da noch Nick, der anfangs ein echter Stinkstiefel ist und June mit seiner abweisenden Art vor den Kopf stößt. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto deutlicher wird, dass zwischen ihnen etwas wächst. Die Frage ist nur: Hat eine Fernbeziehung eine Chance oder bleibt es bei einem Urlaubsflirt, der nicht für mehr bestimmt ist?
Endfazit: "Wo das Licht die Wellen berührt" ist ein schönes Buch für zwischendurch, das vor allem durch seine sympathischen Protagonisten und das herrliche Inselsetting punktet. Perfekte Lektüre für den Urlaub oder entspannte Lesestunden. Leider war mir die Handlung zu vorhersehbar bereits ab der Hälfte war für mich klar, wie die Geschichte enden würde, was etwas schade ist.
Das Buch erhält von mir gute 3 von 5 Sternen.
Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar bei NetGalley zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür.