In diesem Buch begibt sich der Autor, der Redakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT ist, auf die Spuren seiner Urgroßmutter Anna. Diese Reise führt ihn zurück in das Jahr 1887, tief ins Sauerland hinein, als Anna Kaltoff auf dem Weg ins Dorf Cobbenrode ist, um dort die neue Lehrerin zu werden. Anhand von alten Bildern, Postkarten und Briefen rekonstruiert Henning Sussebach unter Zuhilfenahme von Einträgen in diversen Ämtern, dem Studium von Geburtenregistern und anderen Dokumenten, soweit überhaupt noch erhalten, das Leben seiner Verwandten bis zu deren Tod."Partie, ein antiquarisches Wort, mittlerweile so veraltet, dass es Anführungszeichen braucht. Majuskeln, Chamberetten, Pilaster. Je tiefer ich in der Vergangenheit wühle, desto mehr alte Begriffe erobern dieses Buch. Wer bemächtigt sich hier eigentlich wessen Geschichte? (Seite 46)Teils Sachbuch, teils Roman und zum Teil ein Buch darüber, wie die Welt sich weiterentwickelt hat, konnte mich das relativ schmale Büchlein sehr gut unterhalten. Dabei war es für mich in erster Linie gar nicht die Geschichte von Anna, die mich fasziniert hat, denn diese ist so persönlich, dass deren Leben zwar interessant, aber nicht aufregend genug war, um mich zu fesseln. Dies meine ich keinesfalls abwertend, sondern nüchtern und wertfrei. Was mich mehr als erfreut hat, waren die eingestreuten Fakten, was Erfindungen, geschichtliche Ereignisse und gesellschaftliche Entwicklungen angeht. Danke dafür.