Eine Frau zieht aufs Brandenburger Land und erwärmt sich langsam an konservativen Freundinnen, ohne dass für lange Zeit das Wort AfD fällt.
Wie geht man mit der erstarkenden AfD um? Wieso lassen sich so viele Menschen auf ein derart konservatives Lebensbild ein? Was macht man gegen die zunehmende Spaltung der Gesellschaft? Wie findet man einen echten demokratischen Dialog, um die Demokratie zu erhalten? Ich hatte mir von diesem Roman einen Ansatz erhofft.Eine schwangere Frau zieht mit ihrer Familie (Mann, zwei Kinder) von Berlin außerhalb des Speckgürtels in eine Einfamilienhausneubausiedlung, die mit einer urbanen und modernen Gemeinschaft auf dem Land wirbt. Ihr Mann ist eher links eingestellter Lehrer in der Stadt, sie arbeitslos, zuhause und oft einsam. Sie nimmt zunächst ihre Strukturen aus der Stadt mit, Kinder ganztags im Kindergarten, Eisessen alleine im Cafe. Sie freut sich, als sie von anderen Müttern angesprochen und eingeladen wird. Sie scheinen alles im Griff zu haben, entspannte Kinder, schöne Häuser, ein gutes, glückliches Familienleben. Sie sprechen wenig über Politik, mehr über die Kinder und Kindererziehung, ihre Rolle in glücklichen Partnerschaften, sie helfen sich gegenseitig aus. Soweit die scheinbare Idylle. Sie fühlt sich schnell besser bei den neuen Freundinnen aufgehoben als zuhause, es gibt Unstimmigkeiten mit dem Ehemann, bei den Freundinnen kann sie sich entspannen. Sie hinterfragt ihre Meinungen und Aktionen nicht, sondern lässt sich komplett auf die Tradwife-Szene ein. Wir erfahren die Geschichte ausschließlich von der Ich-Erzählerin, aus ihrer Perspektive kommt von ihrem Mann nur wenig konstruktive Kritik auch keine Unterstützung bei ihrer Unsicherheit, wie es mit ihrem Leben weitergehen soll, ihre Mutter bleibt in ihrer eigenen Welt. Seiner Vernachlässigung steht die Fürsorge der neuen Freundinnen gegenüber. Das ist zu einfach, mir fehlt ein hinterfragender Ansatz, mehr Kontext, da reicht auch die kleine Überraschung am Ende nicht. Es bleibt ein unangenehmer Beigeschmack.