Mörderisch gut: Violetta Morgenstern räumt wieder auf ¿ mit Stil, Verstand und einer herrlich schwarzen Prise Humor.
Wer glaubt, dass Pensionärinnen nur stricken und im Garten arbeiten, hat die Rechnung ohne Violetta Morgenstern gemacht. In "Frau Morgenstern und die Offenbarung" führt uns Marcel Huwyler erneut in die Welt der ehemaligen Lehrerin, die ihren Ruhestand mit einer sehr speziellen Nebentätigkeit füllt: dem professionellen Aussortieren von Menschen, die die Welt nicht braucht. Was mich an diesem Band besonders fasziniert hat, ist die Mischung aus tiefschwarzem Humor und einer fast schon poetischen Eleganz in der Grausamkeit.Huwyler versteht es meisterhaft, die Balance zwischen einem spannenden Kriminalfall und der psychologischen Tiefe seiner Figuren zu halten. Frau Morgenstern ist keine klassische Heldin - sie ist eigenwillig, streng und moralisch auf einem ganz eigenen Pfad unterwegs. Besonders die Dynamik zwischen ihr und ihrem Partner, dem Lebemann Miguel Schlunegger, gibt der Geschichte eine wunderbare Leichtigkeit, ohne die Ernsthaftigkeit der "Offenbarung" zu verlieren. Die Jagd nach Gerechtigkeit führt diesmal in Abgründe, die weit über das Persönliche hinausgehen.Für mich ist dieser Teil der Reihe ein absolutes Highlight, weil er zeigt, dass Rache auch eine Form von Kunst sein kann, wenn sie mit so viel Stil und Verstand ausgeführt wird wie hier. Der Schreibstil ist präzise, voller Wortwitz und schafft eine Atmosphäre, der man sich schwer entziehen kann. Wer intelligente Krimis mit einer Prise Boshaftigkeit und einer unvergesslichen Hauptfigur sucht, wird dieses Buch lieben.