Inhalt siehe Klappentext.
Ostfriesenerbe ist der 20. Fall für Ann Kathrin Klaasen, den Klaus-Peter Wolf wie gewohnt in Norden, Norddeich und auf den ostfriesischen Inseln spielen lässt und in dem, wenn man die anderen Bände kennt, viele alte Bekannte mitwirken. Nach dem Besuch der Autorenlesung am 01.03., bei der man einen Vorgeschmack auf den Kriminalroman bekam, habe ich das Buch nun selbst gelesen und mich dabei gerne an die Szenen erinnert, die der Autor vor Publikum lebendig hat werden lassen.
Die Geschichte liest sich flüssig, aber für mich nicht immer schlüssig. Für mich gibt es zu viele Anspielungen auf Sex und den damit verbundenen, merkwürdigen Vorlieben sowie Brutalität und Gewalt allgemein. Es gibt viele Tote, bewusst ermordet, aber auch mal als Unfall getarnt, ich finde es zu viel, auch für einen Krimi. Ist wirklich Ann Kathrin Klaasen das Ziel und die anderen Opfer nur der Weg dorthin? Muss das viele Blutvergießen sein?
Manchmal hat es den Anschein, als zögen sich Rupert und Co. selbst ins Lächerliche., dazu wirkt vieles konstruiert, nicht unbedingt passend oder logisch. Wie geht es mit dem Wissen, dem Ostfriesenerbe weiter, was ist Frau Dr. Döses Mission? Erschreckend, sollte es eine solche Möglichkeit wirklich geben - ich vermute, sie wird nicht nur von den Guten genutzt, sondern hauptsächlich von den Bösen. Wie ist die Verbindung zu Edgar oder laufen hier einfach zwei Stränge parallel, die im Grunde nichts miteinander zu tun haben, aber so wirken sollen? Im letzten Viertel geht es rasant zu, aber das Ende finde ich allgemein enttäuschend - zwar für zwei Personen abgeschlossen, der Rest jedoch ist und bleibt offen, warum, wieso, weshalb? Schwierig zu bewerten, die Landschaft auf Langeoog und an der Norddeicher Wasserkante sprechen für sich, beim Text tue ich mich schwerer. 2 Sterne scheinen für die Mühe, unterhalten zu wollen, zu wenig, 3 sind schon wieder zu viel, 2,5 Sterne? Wie gesagt, die Lesung war besser als der Krimi selbst. Es wird Zeit, sich von der ostfriesischen Truppe zu trennen, wenn man Elisabeth Schwarz glauben darf.