Emotionale Liebesgeschichte mit Ballettflair, kleinen Schwächen und einer etwas zu konstruierten Nebenhandlung.
INHALTAls Hudson in seiner Jugend die Balletttänzerin Allie Rousseau und ihre Schwester vor dem Ertrinken rettet, wird ihm bewusst, dass ihn mit Allie etwas Besonderes verbindet. Die beiden werden beste Freunde und hoffen insgeheim auf mehr. Doch ausgerechnet in der schwierigsten Phase von Allies Leben bricht Hudson den Kontakt ab, ohne sich zu verabschieden oder ihr eine Erklärung zu geben.Elf Jahre später erholt sich Allie im Sommerhaus ihrer Eltern von einer Tanzverletzung und begegnet Hudson erneut. Verletzte Gefühle und Wut prägen noch immer ihre Gedanken an ihn. Gleichzeitig benötigt Hudson ihre Hilfe, um seiner Nichte Juniper bei der Suche nach ihrer leiblichen Mutter zu helfen und ihren Traum, Ballerina zu werden, zu unterstützen. Für Allie ergibt sich dadurch zudem eine willkommene Möglichkeit, den Sorgen um ein mögliches Karriereende zu entfliehen.MEINUNGBallett gehört nicht unbedingt zu meinen großen Leidenschaften, zumal ich nur schwer nachvollziehen kann, warum man seinem Körper solche Belastungen zumutet und sich freiwillig psychischem Druck sowie einem erbitterten Konkurrenzkampf aussetzt. Genau diese Themen greift Rebecca Yarros in Variation auf und verwebt sie gekonnt mit der Geschichte von Hudson, Allie und Juniper.Natürlich kommen einige ballettspezifische Begriffe vor, mit denen ich nicht sofort etwas anfangen konnte. Das hat mein Verständnis der Handlung jedoch nicht beeinträchtigt. Besonders der enorme Druck, unter dem Balletttänzer stehen, wird für mein Empfinden sehr anschaulich dargestellt - besonders auch in Hinblick auf die überzogenen Erwartungen von Allies egoistischen Mutter.Auch die Dynamik zwischen Hudson und Allie hat mir sehr gut gefallen. Die Chemie zwischen den beiden stimmt, und obwohl zahlreiche Klischees aufgegriffen werden und die Handlung bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar ist, konnte mich die Liebesgeschichte berühren. Auch die Anzahl an erotischen Szenen war für meinen Geschmack ausgewogen.Einzig mit Hudsons Nichte Juniper hatte ich meine Schwierigkeiten. Selbst wenn sie außergewöhnlich intelligent und begabt ist, wirkt sie für ihr Alter von zehn Jahren zu fordernd und zu frühreif. Die Gespräche, die sie teilweise mit den Erwachsenen führt, erscheinen dadurch äußerst unrealistisch. Zudem kann ich mir kaum vorstellen, dass sich die von ihr initiierte Suche nach ihrer leiblichen Mutter für ein zehnjähriges Mädchen tatsächlich so umsetzen ließe.FAZITDie Geschichte entwickelt sich in einem ruhigen Tempo und wirkt stellenweise etwas langatmig. Zudem ist es von Vorteil, wenn man mit dem Thema Ballett etwas anfangen kann. Insgesamt handelt es sich jedoch um eine schöne Liebes- und Lebensgeschichte über eine Balletttänzerin, die mit schwierigen Familienverhältnissen zu kämpfen hat.