3,5/5 ¿¿ ¿ ¿In einem anderen Leben hätte ich dich so sehr lieben können.¿
Stellt euch vor, jede noch so zarte Berührung - eine Umarmung, ein Kuss, selbst das flüchtige Streifen einer Hand - bedeutet unerträglichen Schmerz. Je länger der Hautkontakt, desto schlimmer wird er, bis hin zur Bewusstlosigkeit. Genau das ist Fallons Realität. Noch im Mutterleib verflucht, wächst sie mit der Gewissheit auf, dass Nähe für sie Qual ist.Und als wäre das nicht genug, erfährt sie im Laufe der Geschichte immer mehr über ihre wahre Natur - Dinge, die andere dazu bringen, Angst vor ihr zu haben. Dabei wünscht sie sich nichts sehnlicher, als einfach normal zu sein. Siebzehn. Verliebt. Berührt, ohne daran zu zerbrechen.Die Grundidee hat mich sofort begeistert. Ein Fluch, der körperliche Nähe unmöglich macht, birgt so viel emotionales Potenzial. Dennoch hatte ich schnell das Gefühl, dass mich die Geschichte vor einigen Jahren stärker abgeholt hätte. Viele Dialoge blieben für mein Empfinden eher an der Oberfläche, und der Fokus lag sehr stark auf Fallons Sehnsucht nach einem Kuss - auf der Angst, "unberührt" zu sterben. Trotzdem bin ich dank des leichten, angenehmen Schreibstils zügig durch die Kapitel geflogen.Dann wären da noch die Zwillingsprinzen Ayden und Ariyon - äußerlich kaum zu unterscheiden, charakterlich jedoch Gegensätze. Dass einer sofort zurücksteckt, nur weil der andere "Anspruch" anmeldet, wirkte auf mich etwas zu konstruiert ¿Dafür war Yanric ¿¿¿ ein echtes Highlight. Als Sidekick bringt er genau die Prise Humor mit, die der Story zwischendurch richtig gutgetan hat ¿Die Handlung war zu großen Teilen vorhersehbar - bis zum Plot Twist am Ende. Der hat mich tatsächlich überrascht und war für mich neben Yanric der stärkste Moment der Geschichte, weil hier endlich spannende Wahrheiten ans Licht kamen und enormes Potenzial für Band 2 entstanden ist!