Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) gehört zu den bedeutendsten Dichtern und Denkern der deutschen Literatur. Sein Werk umfasst Lyrik, Dramen und Romane, aber auch naturwissenschaftliche Schriften, philosophische Reflexionen und politische Beiträge. Bis heute prägt er die deutsche und europäische Kultur maßgeblich.
Goethe wurde in Frankfurt am Main geboren und zeigte bereits früh großes Interesse an Literatur, Kunst und Wissenschaft. Nach einem Jurastudium in Leipzig und Straßburg machte er sich durch frühe Werke wie Die Leiden des jungen Werthers (1774) einen Namen und wurde zu einer Schlüsselfigur des Sturm und Drang. Später entwickelte er sich zu einem der wichtigsten Vertreter der Weimarer Klassik, einer Epoche, die er gemeinsam mit Friedrich Schiller prägte.
Seine Werke sind bis heute fester Bestandteil des Schulunterrichts, darunter das Drama Faust, das die tiefsten Fragen der menschlichen Existenz behandelt, sowie seine Gedichte, die Liebe, Natur und die Suche nach Wissen thematisieren. Doch Goethe war nicht nur Schriftsteller - als Minister am Weimarer Hof beeinflusste er Politik und Kultur, als Naturwissenschaftler beschäftigte er sich mit Farbenlehre, Botanik und Anatomie.
Goethes Leben spiegelt die Umbrüche seiner Zeit wider: die Aufklärung, die Französische Revolution, die Romantik und den Beginn der Moderne. Dieses Kapitel gibt einen Überblick über seine Biografie, sein Denken und seine wichtigsten Werke, um zu verstehen, warum Goethe bis heute als einer der größten Dichter und Denker der Weltliteratur gilt.