Cover & Klappentext
Ich kann mich gar nicht entscheiden, welches Cover ich besser finde. Jenes von Band eins war schon sehr aussagekräftig, aber dieses steht dem in nichts nach. Für mich ein Eyecatcher.
Nach dem Cliffhanger vom ersten Teil konnte der Klappentext aus der Fortsetzung nur insoweit beruhigen, dass es weitergeht. Das war es aber auch schon, denn der Wettbewerb fordert offenbar seinen Tribut.
Ich konnte es kaum erwarten, weiterzulesen.
Meinung
Für das Verständnis ist es nötig, den ersten Band zu kennen.
Flames Liebesgeständnis wäre ihrer beider Tod, wenn Erato, Gott der Liebe, nicht eingegriffen hätte. Doch seine Worte schockieren nicht minder, insbesondere Liv.
Trotzdem steht sie im Visier. Deshalb muss sie alles daran setzen, mit Flame ins Finale zu gelangen. Auch wenn Uranias Prophezeiung alles überschattet.
Erneut aus der Sicht von Liv wird man durch das Geschehen geführt. Dank der Zusammenfassung am Anfang hatte ich keinerlei Probleme, in die Story zu finden. Zudem geht es sofort spannend weiter.
Es ist schnell ersichtlich, dass die Fortsetzung einen Großteil ihrer Leichtigkeit verloren hat. Aufgrund der zunehmenden Herausforderungen und dem Spiel auf Leben und Tod bleibt der Humor logischerweise auf der Strecke. Das hätte hier auch nicht mehr gepasst. Andernfalls hätte es nur lächerlich gewirkt und die Tiefe wäre abhandengekommen. Stattdessen findet sich eine gewisse Schwere, sogar Tragik.
Meines Erachtens nach ist die Autorin damit ein großes Risiko eingegangen, weil sie damit die zugegeben sicherlich hohen Erwartungen komplett über den Haufen schmeißt. Aber genau das macht die Story so gut.
Immer tiefer wird man in die grausamen Prüfungen gesogen und leidet mit den Protagonisten mit. Dabei sind nicht nur einige wunderschön formulierte Abschnitte entstanden, die mich tief berührt haben. Gerade die Schlüsselszenen wurden toll herausgearbeitet, das Tempo wurde dabei reduziert, sodass sie ihre Wirkung entfalten konnten. Ansonsten rauscht man gefühlt durch die Seiten, weil dieses Abenteuer den Leser kaum loslässt. Überraschende Wendungen kommen nicht zu kurz, im Gegenteil. Einige haben mich richtiggehend schockiert.
Wie die Autorin es geschafft hat, trotz der bedrückenden Momente, immer wieder Hoffnung zu vermitteln, ist mir ein Rätsel.
Die Entwicklung von Liv und Flame ist beispiellos. Es ist selten, dass ein Paar so gut harmoniert. Der Wettbewerb hat sie zusammengeschweißt, aber die Tücken stellen ihre Liebe auf den Prüfstand. Gerade diese Darstellung hat mich beeindruckt, denn es nimmt nur wenig Präsenz ein im Vergleich zu den anderen Geschehnissen. Hier hat die Autorin mit leisen Tönen gearbeitet, die sich in dem lauten Getöse dennoch behaupten konnten.
Das Ende der Story wurde geschickt eingeleitet, denn hier schließt sich der Kreis.
Insgesamt hat die Autorin hier definitiv ihr Können unter Beweis gestellt. Mit einer exzellenten Wortwahl führt sie den Leser geschmeidig durch die Seiten. Die Charaktere, so unterschiedlich sie auch sind, wirken authentisch und glaubwürdig. Sie müssen sich behaupten, um ihr Leben kämpfen, ohne sich zu verlieren. Natürlich könnte man hier anführen, dass mit Klischees gearbeitet wurde, aber das stört mich persönlich nicht. Der Plot überlagert jede noch so kleine Schwäche sowie die Protagonisten und nicht zuletzt die Vielzahl an Emotionen, die dafür sorgen, dass ich mich zum Teil wie schon in Band eins wie im Schleudergang fühlte.
Fazit
Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, ob ich eine Warnung oder eine Leseempfehlung rausgeben soll. Für das Nervenkostüm ist diese Geschichte beinahe gefährlich, andererseits gehört sie auf jede Leseliste.
Diese Story besitzt alles und noch mehr, um zu unterhalten, und hebt sich aus der breiten Masse hervor. Deswegen vergebe ich erneut seltene fünf von fünf Sternen.
#ravensburgerbuecher