Auch mit ihrem zweiten Kriminalroman legt die Autorin wieder ein überzeugendes Buch vor, auch wenn die Geschichte nicht ganz an den ersten Fall von Carla heranreicht.
Carla ist eine Ermittlerin, wie ich sie mag: Sie hat Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen, und genau das macht sie zu einer unglaublich guten Identifikationsfigur. Gemeinsam mit ihrer Tochter Lana muss sie eine schwierige Vergangenheit verarbeiten, denn ihr Ex und Lanas Vater, Sören, macht den beiden das Leben nicht gerade leicht.
Der Kriminalfall bleibt sehr lange offen und man hat auch als lesende Person keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Das hat mich ein klein wenig gestört, da das Motiv zunächst überhaupt nicht ersichtlich ist. Die Autorin hat zwar gute falsche Fährten gelegt, aber für meinen Geschmack waren es am Ende ein bisschen zu viele.
Eine große Stärke ist die Ausarbeitung der Charaktere. Hier muss ich sagen, hat es mir großen Spaß gemacht, mich auf die Figuren dieses Romans einzulassen. Sie sind sehr unterschiedlich und vor allen Dingen greifbar.
Der Aufbau des Kriminalromans ist alles in allem ebenfalls gut gewählt. Ein wenig mehr Straffung in der Mitte der Geschichte hätte dem Buch allerdings sicherlich nicht geschadet.
Die beiden Perspektiven von Mutter und Tochter machen den besonderen Reiz der Geschichte aus. Es geht um Freundschaft, Loyalität, Adel verpflichtet, die Jagd, erneuerbare Energien insbesondere Windkraft , aber auch um Korruption und Unternehmenspleiten sowie um ein sexuelles Ereignis in der Vergangenheit.
Ich bin gespannt, welchen kniffligen Fall Carla und Lana beim nächsten Mal lösen müssen. Ich freue mich auf jeden Fall auf Band 3 Blutroter Sommer (Mai 2026).