Der Klappentext ist hier das lustigste am Buch, der Rest ist leider sehr langatmig
Alle hab-vergessen-wieviele Jahre wird Köln von einer Horde Geister-Hunnen überfallen, die von elf Jungfragen besiegt werden müssen, die keine Geister sind, was heißt, da muss immer wieder eine neue Gruppe von elf Kindern (plus Ersatz) jahrelang ausgebildet werden (und drauf geachtet werden, dass die dann später keinen S*x haben, weil traditionell Menschen, die noch nie S*x gehabt haben, für vielerlei Dinge wesentlich besser geeignet sind als alle anderen). Als diesmal Ursula und ihre zehn (bzw. elf) Teammitglieder an der Reihe sind, Köln vor Tod und Zerstörung zu bewahren, geht einiges schief, und dann wird improvisiert und so. Ach, was weiß ich. Bin ein bisschen stinkig. Das hätte nämlich so toll werden MÜSSEN, weil erstens @sadi_sili und ich beide beim Shoppen ständig drumrumgeschlichen sind, der Klappentext mega witzig ist, aber vor allem, weil die Protagonistin genauso heißt wie die strenge Mutter in unserem früheren Teenager-Freundeskreis, vor der wir alle tierische Angst hatten und wir uns das auch noch unabhängig voneinander gegenseitig zu Weihnachten geschenkt hatten. Bäm! 5 Sterne! Hm. Doch nicht. Der Anfang war ja, wie so oft bei Enttäuschungen, noch gut, und ich kam gut durch. Es las sich flott und schön. Irgendwann kommt allerdings so ein Punkt, an dem sich die Gruppe rund um Protagonistin Ursula trennt und verschiedene Dinge ermittelt, und dann zieht es sich wirklich wie Kaugummi. Beispielsweise versuchen zwei der jungen Frauen, eine Tür zu öffnen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lange man brauchen kann, eine Tür zu öffnen (gut, ich weiß mittlerweile, dass es wirklich echt lange dauern kann, weil ich mich letztens ausgesperrt habe, aber ich schreib das ja auch nicht in Häppchen kapitelweise auf). Diese ganze Tür-auf-Geschichte hat sich über mehrere Kapitel gezogen, immer wieder unterbrochen durch die Ermittlungsstories der anderen Grüppchen, die nur unwesentlich mehr zum Fortgang der Geschichte beitragen, und jedesmal, wenn man zurück zu den beiden Frauen kommt, stellt man fest: "Aha, Tür immer noch zu." Es gibt tatsächlich überraschend viele Rezensionen, die das Wort "kurzweilig" enthalten. Ich frage mich ernsthaft, welches Buch da gelesen wurde. Zumal immer, wenn dann doch mal was passiert ist, vorher und nachher seitenweise irgendeine Kuriosität beschrieben wird - das Gebäude, in dem die Teammitglieder jahrelang gelebt und trainiert wurden, wer da alles noch wohnt, die Eigenheiten der Tür, die Eigenheiten der Köchin und, wenn wir schon dabei sind, die der Küche, was die Putzkolonne so alles putzt und und und ... Das soll natürlich alles total bekloppt und super witzig sein, und grundsätzlich ist das auch nicht nicht mein Humor gewesen, aber je länger ich mir da mal wieder irgendeine Funktionsweise von X oder die Vergangenheit von Y oder das Dingens vom Bummens durchlesen musste, desto unlustiger empfand ich das alles. Fazit: Never judge a book by it's lustige Titel and the personal Teenage-Trauma of the Reader, würde ich wohl mal resümieren. Da hätte "Langatmig, der Roman¿ besser gepasst als "Ursula und das V-Team". Von mir bekommen Uschi und die anderen Jungfrauen 2**.