Time's Convert - Bis ans Ende der Ewigkeit von Deborah Harkness ist das Sequel zur All Souls-Trilogie und erzählt die Geschichte von Marcus und Phoebe weiter. Die beiden mochte ich bereits in der ursprünglichen Reihe unglaublich gern, vor allem Phoebe hat sich dort schnell zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass die beiden nun endlich ihr eigenes Buch bekommen haben. Leider muss ich aber auch ganz klar sagen: Für mich ist es gleichzeitig das schwächste Buch der gesamten Reihe.Im Mittelpunkt steht Phoebes Verwandlung zur Vampirin. Um mit Marcus die Ewigkeit verbringen zu können, entscheidet sie sich bewusst für diesen Schritt. Doch die Traditionen der Vampire verlangen, dass sich die beiden in den ersten neunzig Tagen nach ihrer Verwandlung nicht sehen dürfen. Während Phoebe lernt, mit ihrem neuen Leben und ihren neuen Kräften umzugehen, verbringt Marcus die Zeit bei Matthew und Diana. Dort nutzt Diana ihre Neugier als Historikerin und quetscht ihn ordentlich über seine Vergangenheit aus, sodass wir nach und nach erfahren, wie Marcus als Mensch gelebt hat, wie er zum Vampir wurde und welche Erlebnisse ihn zu dem gemacht haben, der er heute ist.Meine absoluten Lieblingskapitel waren allerdings tatsächlich die aus Dianas Sicht. Es hat mir unglaublich viel Freude gemacht zu sehen, wie ihr Leben mit Matthew nach der Trilogie weitergeht, wie sich die beiden als Eltern ihrer Zwillinge schlagen und welche Überraschungen die Kinder für die gesamte Familie und den Clermont-Clan bereithalten. Genau diese Kapitel haben mir immer wieder gezeigt, warum ich diese Reihe so gern mag.Die Rückblicke in Marcus' Vergangenheit machen dagegen den Großteil des Buches aus. Sie waren zwar interessant und haben viele offene Fragen beantwortet, gleichzeitig waren sie für mich aber auch die schwächsten Kapitel des gesamten Romans. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass sich die Geschichte dadurch immer mehr zieht.Ich weiß ehrlich gesagt bis heute nicht, ob dieses Buch einfach purer Fanservice für zwei beliebte Nebenfiguren sein sollte oder ob es eher als Lückenfüller zwischen der ursprünglichen All Souls-Trilogie und dem später erschienenen Roman gedacht war. I don't know. Beides würde für mich irgendwie Sinn ergeben. Das Problem ist nur, dass sich das Buch dadurch über weite Strecken sehr langsam anfühlt. Es gibt zwar einzelne schöne und emotionale Momente, aber mir fehlte durchgehend ein größerer Handlungsbogen, der mich wirklich dauerhaft ans Buch gefesselt hätte. Die Story besteht im Grunde daraus, dass Phoebe ihre ersten neunzig Tage als Vampirin verbringt, Marcus sich in dieser Zeit nicht mit ihr treffen darf und Diana ihn über seine Vergangenheit ausfragt. And that's it. Auf über fünfhundert Seiten.Schlecht ist Time's Convert deshalb keineswegs. Ich habe es auch nie abbrechen wollen und gerade als Fan der Reihe fand ich die zusätzlichen Informationen über Marcus und Phoebe durchaus interessant. Das Buch spielt ungefähr ein Jahr nach den Ereignissen der All Souls-Trilogie und Stand jetzt muss ich ehrlich sagen: Man hätte es sich auch schenken können. Vielleicht ändert sich diese Einschätzung noch, wenn ich den bislang neuesten Roman der Reihe gelesen habe und sich herausstellt, dass die Ereignisse aus Time's Convert dafür doch eine größere Bedeutung haben. Im Moment fühlt es sich für mich allerdings eher wie ein ergänzender Bonusband an als wie ein wirklich notwendiger Teil der Reihe.