Spannender Start, der leider in einem Meer aus Logikfehlern, hölzernen Dialogen und unpassendem Spice versinkt.
Ich bin mit wirklich guten Vorsätzen an "Whispers" herangegangen. Das Dark-Academia-Setting an der Harvard University und die riskanten Challenges via App haben mich sofort an den Film "Nerve" erinnert - eine Grundidee, die eigentlich ein Garant für Pageturner-Spannung sein sollte.Tatsächlich fing das Buch für mich auch extrem stark an. Zum ersten Mal bei einem Buch von Ayla Dade hatte ich die Hoffnung: "Wow, diesmal klappt es! Keine überzeichneten, nervigen Charaktere, keine hölzernen Dialoge." Aber dieser Eindruck hielt leider nicht lange. Was dann kam, war eine geballte Ladung von allem, was mich an der Schreibweise der Autorin stört.Ab der Mitte wurde die Geschichte so hanebüchen und die Dialoge so unsinnig, dass ich wirklich kurz mit dem Gedanken gespielt habe, das Buch abzubrechen. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich einige Passagen nur noch überflogen habe, weil viele Szenen offensichtlich nur dazu dienten, das Buch künstlich aufzublähen. Die Handlungen der vier Protagonisten waren teilweise so unlogisch, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, ob das Skript jemals ein Lektorat von innen gesehen hat. Bei einem großen Publikumsverlag erwarte ich einfach, dass solche groben Logikfehler ausgemerzt werden.Ein riesiger Kritikpunkt ist für mich zudem der "Spice". Anstatt für Knistern zu sorgen, waren die Szenen oft so deplatziert und "cringe", dass es mich komplett aus der eigentlich düsteren Atmosphäre gerissen hat. Das war nicht sexy, das war einfach nur unpassend.Warum dann trotzdem 3 Sterne? Weil die Grundidee mit der mysteriösen "Noktura" und den vier Perspektiven (Willow, Benedict, Deepika und Jacob) grundsätzlich funktioniert hat. Es gab ein paar Twists, die wirklich ganz nett konstruiert waren und mich zumindest so weit bei der Stange gehalten haben, dass ich wissen wollte, wie das Ganze endet.Fazit: Ein Buch, das viel mehr hätte sein können. Wer über schlechte Dialoge und logische Schlaglöcher hinwegsehen kann, findet hier nette Unterhaltung für zwischendurch. Für mich war es jedoch aufgrund der anstrengenden Umsetzung wohl das letzte Buch der Autorin.