Zwar warten noch zwölf Millionen andere ungelesene Bücher zu Hause auf mich, aber ich dachte mir, dass ich erneut einer superbekannten Autorin eine Chance gebe, von der ich bisher noch nichts gelesen haben. Ich glaube mit diesem Buch habe ich mir nur leider keinen Gefallen getan, denn ehrlich gesagt fand ich es nicht wirklich gut.Zunächst einmal war das Worldbuilding extrem flach und tut der Grundidee keinen Gefallen. Viele Beschreibungen, gerade der einfachsten Gegebenheiten, wie die Vermischung von altertümlichen Gegenständen kombiniert mit Elektrizität und fließendem Wasser, passten nicht lückenlos ineinander. Was bei mir den Eindruck erweckt hat, dass sich die Autorin die Erstellung dieser Welt vielleicht selbst etwas zu leicht gemacht hat. Auch die Hochgeborenen verglichen zu den Niedriggeborenen, wie Calista eine ist, wirken in ihrer Gesamtheit nicht sonderlich komplex oder durchdacht. Was sich auch auf deren Magie und deren Fähigkeiten auswirkt. Zudem findet sich hier nichts, was ich nicht bereits aus anderen Büchern und in besserer Form kenne.Das Spice-Level der Geschichte hat mich irgendwann nur noch genervt und mich einige Szenen kompromisslos überblättern lassen. Warum sich unsere weibliche Protagonistin am laufenden Band mit anderer Leute Finger zwischen den Beinen wieder findet, kann ich auf logischer Basis nicht einmal ergründen, denn diese Szenen hätten sich mit Leichtigkeit ohne Körperberührungen umsetzen lassen. Zumal die überspitzte Darstellung der körperlichen Anziehung zwischen Calista und Thorne dem Plot mal so gar nicht geholfen hat voranzukommen.In meinen Augen gibt es zudem nicht mal einen nachvollziehbaren Plot. Für mich fehlt es an Handlung, denn die wenigen wichtigen Ereignisse werden immer wieder durch unpassende Spice-Szenen zunichte gemacht. Ehrlich gesagt habe ich viele Handlungsweisen unserer Protagonisten nicht mal verstanden bzw. konnte das Handeln als solches nicht nachvollziehen. Als Beispiel: Calista findet den beinahe toten, fremden Lord an einen Tisch gepfählt und befreit ihn. Warum sie dann nackt mit ihm duschen musste, da hörte mein Verständnis auf. Auch ihre Fähigkeit unter anderem in die Zukunft sehen zu können, hat auf jeden Fall das Potenzial gehabt den Geschichtsverlauf zu ändern, hinter die Fassade der Nebencharaktere zu blicken, Unheil abzuwenden, doch Calista ist so sehr auf sich selbst fixiert, dass es lustig gewesen wäre, wenn andere nicht den Preis bezahlt hätten.Ich habe schon wirklich lange keine Protagonistin mehr gesehen, die so wenig Selbsterhaltungstrieb besitzt wie Lis. Für mich half es überhaupt nicht, dass sie selbst immer wieder betont, dass sie ihrem eigenen Instinkt nicht widerstehen kann. Jeder kann das, sie wollte bloß nicht und hat sich damit immer wieder in Situationen gebracht, die mich zum Kopfschütteln gebracht haben. Sie ist total auf ihr kleines Mätressen-Glück geeicht, ohne zu sehen, dass sie viel mehr erreichen könnte.Keinesfalls werde ich noch mehr Zeit und Geld in diese Reihe investieren, obwohl es mich brennend interessiert, ob andere Werke dieser Autorin tatsächlich besser sind als dieses hier.FazitFür eine so bekannte Autorin fand ich diese Geschichte unheimlich schlecht. Weder Worldbuilding, Protagonisten oder Handlung können mich auch nur im Ansatz überzeugen. Schade, dass so viel Potenzial verschwendet wurde.Von mir gibt es 2,5 von 5 Sternen.