Eine wie immer sehr detaillierte Biographie über Elon Musk, die sein Genie, seine inneren Dämonen und wie er zudem geworden ist, der er ist
Zunächst dachte ich, die Biographie von Elon Musk soweit zu kennen, da ich jene von Ashley Vance bereits gelesen hatte und stellte mich auf nicht allzu viele Neuheiten ein. Jedoch beweist Walter Isaacson mal wieder, dass er der König der Details ist was Biographien angeht und hier Einblicke in Dinge gibt, die weit über das allgemein Bekannte hinausgehen.So lernt man Musk als jemanden kennen, der unter sehr schwierigen Bedingungen in einem gefährlichen Südafrika aufgewachsen ist mit einem herrischen Vater, welcher vieler seiner kontroversen Aussagen und Taten noch stärker geprägt hat als das Land selbst. Man lernt den genialen Visionär kennen, der von frühester Kindheit an seinen Blick in die Zukunft gerichtet hat und im Prinzip die Welt wie ein Videospiel betrachtet, welches man nach seinen Vorstellungen gestalten kann und dies auch mehrmals getan hat. Und lernt einen überraschend emotionalen Musk kennen, welcher tiefe Bindungen sucht, nur um diese mit alienhaftem Verhalten ständig auf die Probe zu stellen.Isaacson gibt all dies ungefiltert wider. Musk wird weder glorifiziert (wie es bei Vance manchmal wirkt, was zugegebenermaßen im Jahr 2018 vielleicht auch noch einfacher war), noch verteufelt. Er wird so dargestellt, wie er ist, was ihn noch faszinierender macht. Vom größten technischen Revolutionär unserer Zeit, zum impulsgetriebenen Turbulenten, der sich selbst oft mehr Schaden zufügt als jeder andere.Ich empfehle das Buch daher sowohl für Musk Befürworter als auch Kritiker, da Erstere ihn als deutlich ambivalenteren Menschen mit tiefen Komplexen und Letztere als jemanden, der wie kein anderer an der Zukunft-Sicherung der Menschheit arbeitet über Pläne wie "Menschen auf dem Mars", "Roboter für alle", "3D Fahrsysteme" etc. kennenlernen.Somit bleibt die Frage offen: Hätte Musk das geschaffen, wenn er weniger Musk wäre? Wenn er ein zugänglicherer und angenehmerer Mensch wäre? Ja und Nein - Sicherlich ist es kein Erfolgsrezept zwischen Genie und Wahnsinn hin- und herzupendeln und die Menschen um sich ständig in Chaos zu stürzen, aber als ausgeglichener und mildtätiger Zeitgenosse, wäre er wohl kaum zu den Höchstleistungen fähig, die er sich selbst und seinen Mitarbeitern abfordert.