Ölpest, eine Tote, Immobilienspekulanten - Dave Robicheaux und Cletus Purcel haben allerhand zu erschnüffeln.
Das Coverbild zeigt es eindrücklich: Egal wie kaputt man ist, den Biss verliert man nicht so leicht. Zähne fletschen und auf geht es in den Kampf. Doch das Aufrappeln fällt Dave Robicheaux ein wenig schwerer als sonst. Es zwickt hier und da noch ein wenig. Würde er zum Arzt gehen, würde er umgehend eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt bekommen. Aber, es geht nicht. Zum Einen wabert draußen vor der Küste Louisianas eine ekelhaft Brühe vor sich hin und treibt aufs Festland zu. Andererseits ist da ein Mord. Einer Frau, eine jungen Frau wurde das Lebenslicht ausgeblasen. Und das kann Dave Robicheaux nicht ungeachtet an sich vorüberziehen lassen. Zum Glück ist Clete wieder einsatzbereit, sprich raus aus dem Knast und voller Tatendrang.Das reale Vorbild für die Ölkatastrophe war der Blowout auf Deepwater Horizon, einer Ölplattform vor der Südküste der USA im Jahr 2010. Ein knappes Dutzend Arbeiter starben dabei, ihr Leichen wurden nie gefunden. Das Ausmaß der Verschmutzung war auch nach einem Vierteljahr - so liefen rund 800 Millionen Liter (!) ungehindert, ungefiltert ins Meer. Der Mineralölkonzern BP musste die Rekordstrafe von viereinhalb Milliarden Dollar zahlen. So viel zu den realen Hintergründen.Für Dave Robicheaux ist noch gar nichts klar. Eine junge Frau, ermordet und eine gigantische Ölverschmutzung - wo zieht man da die Grenze und wann und warum entscheidet man sich seine Fähigkeiten einzusetzen? Ganz klar, die Frau hat Vorrang, auch wenn die Lösung des Falls sie nicht wieder lebendig machen wird. Die Natur erholt sich wieder. Es wird dauern, doch der Erfolg ist berechenbar.Die dunklen Spelunken der Stadt sind dieses Mal nicht das Terrain, auf dem sich Dave und Clete umsehen müssen, um brauchbares Material zu erschnüffeln. Ausgedehnte Grundstücke, erhabene Herrenhäuser, die den Glanz des alten Südens prachtvoll repräsentieren sind es, die Dave Robicheauxs Augen schmeicheln. Von dessen Bewohnern er sich allerdings nicht hinters Licht führen lässt.Es ist der dickste Dave Robicheaux, den man in den Händen hält. Fast siebenhundert Seiten, die man aber erst wahrnimmt, wenn die letzte Seite, der letzte Absatz, der letzte Punkt aufgesogen wurde. Man muss sich durchbeißen können und keine Angst vor dicken Büchern haben, dann liest man sich in einen Rausch, der niemals enden wird. Das Paradoxon von der Toten im Eisblock im höllisch heißen Süden wird einen noch lange fesseln, zumindest solange bis es - für Dave Robicheaux - wieder ernst wird.