Ein Roman, der definitiv zum Nachdenken anregt.
"Alleinstehend. Mit Hamster", so beschreibt sie sich selbst. Suzu lebt in einer japanischen Großstadt. Unscheinbar. Durscheinend fast. Der neue Job aber verändert alles.Ein umwerfender Roman über Nachsicht, Umsicht und gegenseitige Achtung.Bei diesem Klappentext wusste ich ehrlich gesagt nicht, was mich genau erwarten würde. Irgendwie war alles möglich. Daher ging ich mit großer Neugierde an den Roman von Milena Michiko Flašar ran.Und um ehrlich zu sein, es dauerte, bis das Buch mich abholen konnte. Irgendwann war klar, es geht um ¿Kodokushi¿. Das ist der japanische Begriff dafür, wenn man alleine stirbt.Man könnte meinen, dass bei diesem Thema eine Schwere auf einem lasten wird, aber dies war nicht der Fall. Dafür ist der Schreibstil zu lebhaft und für mein Empfinden fast schon sachlich.Ich kann verstehen, dass die Autorin diesen Weg wählte. Sie will sensibilisieren, das ist ihr auf jeden Fall gelungen. Aber der Weg ist für mich nicht einfühlsam genug. Bei mir kamen jedenfalls keine Emotionen an. Zu schnell wird die Handlung weitergeführt, manchmal auch in der indirekten Rede. Da gingen meiner Meinung nach weitere Gefühle verloren.Ansonsten ist der Schreibstil unkompliziert.Erzählt wird in der Ich-Form aus Sicht von Suzu. Und normalerweise mag ich diesen Stil sehr, weil er oftmals noch besser Gefühle transportieren kann. Aber das war hier wie gesagt leider nicht der Fall bei mir.Ich will dieses Buch keineswegs schlecht reden. Und ich kann verstehen, wenn Leser davon begeistert sind. Es ist gut und mag herausragen, weil es ein wichtiges Thema beschreibt, aber für mich ist es kein Highlight, das mich von vorne bis hinten begeistern konnte.Dennoch möchte ich diesen Roman empfehlen. Nicht nur wegen des Inhalts. Sondern einfach, damit sich jeder selbst seine eigene Meinung bilden kann.Für mich ist ein solides Werk, das mir schöne Lesestunden bereiten konnte. Daher vergebe ich drei Sterne.