Greta Cahill und ihre Schwester Johanna wachsen bis 1963 im ländlichen Irland. Die Häuser sind noch ohne Elektrizität, die Familie, zu der neben Vater und Mutter auch drei Brüder gehören, lebt vom illegalen Fischfang und von dem, was die Nutztiere hergeben. Der Alltag ist karg und immer mehr Familien verlassen das Land in Richtung USA, Australien oder Kanada, während die Familie Cahill jedoch auf ihrem Grund und Boden bleiben möchte. Doch dann stirbt der Vater bei einem tragischen Unfall und zwei Brüder müssen nach Australien fliehen. Das Leben der übrig gebliebenen Familienmitglieder wird noch härter und so beginnt auch Johanna davon zu träumen, die Armut und den Mangel an Möglichkeiten durch eine Auswanderung zurückzulassen. Als Michael Ward ins Leben der Familie tritt - ein Irish Traveller, der sesshaft werden will -, werden die Träume von New York konkret - bis Greta, Johanna und Michael schließlich ein Schiff besteigen, das sie über den Atlantik bringen soll. In New York warten jedoch nicht nur Abenteuer und ein mondänes Leben, sondern Geldsorgen, Lärm und eine schwere Belastungsprobe für die schwesterliche Beziehung...Von Mary Beth Keane habe ich bereitsWenn du mich heute wieder fragen würdestundSieben Tage einer Ehe mit Begeisterung gelesen und bin deswegen auch voller Vorfreude in die Lektüre von Mit dir bis ans andere Ende der Weltgestartet. Vorweg kann schon verraten werden, dass ich nicht enttäuscht wurde und ich in der Geschichte das gefunden habe, was mir auch den anderen so gefallen hat. Allerdings merkt man dem Roman deutlich an, dass es sich um das Debüt der Autorin handelt.Mary Beth Keane erzähltatmosphärischvom Aufwachsen der beiden Schwestern in Irland und dem Erwachsenwerden in der amerikanischen Metropole. Dabei kristallisiert sich Greta recht schnell als eigentliche Protagonistin des Romans heraus: Sie ist ein ruhiges, häufig unterschätztes Mädchen, das aufgrund einer starken Sehschwäche häufig tollpatschig, bisweilen in ihrer Wahrnehmung eingeschränkt erscheint. Doch Greta ist stark und blüht in New York entgegen aller Erwartungen auf - eine Entwicklung, die man gerne begleitet, da man von Beginn an starke Sympathien für die Figur hegt. Johanna wirkt dagegen häufig wie Gretas Antagonistin und es ist dieBeziehung der beiden ungleichen Schwestern, die die Entwicklung der Geschichte maßgeblich vorantreibt, für Spannung und Spannungen sorgt und erhebliche Auswirkungen auf die Beziehung der beiden zu den anderen Figuren der Geschichte hat.Keane erzählt eher konventionellüber einen Zeitraum von 50 Jahren und lässt Greta vom kleinen Mädchen bzw. jungen Frau zu einer dreifachen Mutter und angehenden Großmutter werden.Die Sprache ist wortreich, jedoch nicht kitschig, der Erzählaufbau vorhersehbar.Der zentrale Konflikt, der sich in der Mitte des Romans enthüllt, ist in seiner Auflösung wenig überraschend. Man könnte diesMit dir bis ans andere Ende der Weltnegativ auslegen, da sich der Roman aber so leicht und charmant lesen lässt, verzeiht man diese Schwäche eines Erstlings gerne.Für mich ist der Roman ein nettes Debüt, das man unbedingt lesen sollte, wenn man die anderen Bücher der Autorin mochte. Dass diese reifer sind, spricht für eine schriftstellerische Entwicklung, sodass ich mich auf weitere Bücher aus der Feder der Autorin freue.