Die Hallen, das Meer und Piranesis Blick darauf haben mich zeitweise wirklich verzaubert.
Die Art, wie Piranesi seine Umgebung wahrnimmt, finde ich besonders schön. Er betrachtet sie mit großer Aufmerksamkeit und einer Zuneigung, die mir stellenweise fast das Herz schwer gemacht hat. Das Haus ist riesig und einsam, wirkt durch ihn aber nicht leer. Ich hatte beim Lesen sehr deutliche Bilder vor Augen, ohne dass die Beschreibungen für mich überladen waren.Und dann schleicht sich ein Zweifel in diese Ruhe, die diese Statuen und Hallen anfangs ausstrahlen. Kleine Unstimmigkeiten werden plötzlich wichtig, und man fängt ebenfalls an, die Tagebucheinträge anders zu lesen. Das mochte ich sehr: Man wird misstrauisch, möchte Piranesi aber nicht die Welt nehmen, die sein zuhause ist.Im letzten Teil rückt die Erklärung stärker in den Vordergrund. Ich war durchaus neugierig auf die Antworten. Trotzdem habe ich die ersten, fremdartigen Abschnitte etwas vermisst. Nicht jede Verbindung außerhalb des Hauses hat mich so interessiert wie die stillen Beobachtungen darin.Piranesi selbst ist mir dagegen bis zum Schluss nahe geblieben. Seine Freundlichkeit wirkt nie wie eine nebenbei erzählte Selbstverständlichkeit, sondern prägt die ganze Geschichte. Großes Lob für diesen ungewöhnlichen Roman und die vielen philosophischen Gedanken, die einem noch lange nach dem Ende präsent im Kopf sind.