Mittelmäßig, klischeehaft, wenig spannend.
"Still Alive" greift das vor etwa zehn Jahren populär gewordene Thrillerthema eines Haustauschs auf, zu meiner Überraschung (und Ernüchterung) endete dieser jedoch bereits nach einem Drittel des Romans.Ich mochte das Setting in Cornwall, die Villa auf den Klippen mit dem Luxus, den sie bot. Die Geschichte las sich rasch und ohne Langatmigkeit, wartete gleichwohl auch nicht übermäßig mit Spannung auf. Als Libby und Jamie, zwei recht nichtssagende, klischeehafte Protagonisten, frühzeitig in ihre kleine Wohnung zurückkehren mussten, weil die Polizei ihnen mitteilte, der Besitzer des Ferienhauses in Cornwall wisse nichts von einem Tausch, ging es mit generischen Hinweisen auf die dunkle Vergangenheit der Protagonistin in Thailand los.(SPOILER) Ich hatte Jamie von Anfang an misstraut, denn wie er Libby behandelte, kam mir seltsam kalt vor, ausnahmsweise war der Mann allerdings unschuldig. Libby dagegen hatte die Identität einer Freundin gestohlen, die sie bei einem Feuer in einem thailändischen Hotel umgekommen wähnte, und hieß eigentlich Karen Fisher. Wieso sie sich als eine andere Person ausgab - aufgrund schlechter Lebensaussichten ohne besondere Qualifikationen sowie da sie zu lange auf einen neuen Pass von der Botschaft in Bangkok warten müsste, nachdem ihrer den Flammen zum Opfer gefallen war -, fand ich ziemlich dürftig begründet. Wäre sie statt Beth (der echten Elizabeth) diejenige mit einem gewalttätigen Ehemann gewesen, wäre es für mich nachvollziehbar gewesen, unterzutauchen.Mindestens genauso dämlich fand ich die Ursache des Brandes: Libby, also Katrin, wollte nachts heimlich abhauen, weil Beth sich an den Jungen herangeschmissen hatte, mit dem eigentlich sie geflirtet hatte. Sie setzte ihre Freundin unter Drogen und falls sie dennoch aufwachen sollte, verursachte sie einen Feueralarm, indem sie einen kleinen Brand in einem Papierkorb legte. Für mich ergab dies keinen Sinn, denn durch die Sirene würde man doch viel eher wach werden und nach seiner Freundin suchen. Zumal die Feuerwehr alle Zimmer durchgehen würde. (SPOILER ENDE)Das war nicht nur konstruiert, darüber hinaus war es an den Haaren herbeigezogen. Den Titel "Thriller" verdient dieses Buch in meinen Augen nicht, vielmehr war es ein weiteres mittelmäßiges Beziehungsdrama.(SPOILER) Am Ende wurde Libby für Beths Mord an deren Ex-Mann (in Notwehr) verhaftet. (SPOILER ENDE) Als Abschluss gefiel mir diese unerwartete Eskalation gut, mich interessierten die Charaktere ohnehin nicht genug, damit ich Mitleid gehabt hätte.Fazit: "Still Alive" verrät mit dem Titel allein schon ziemlich viel, würde die Geschichte dies nicht auch völlig unnötigerweise bereits nach dem ersten Drittel tun. Doch auch wenn man die Auflösung weiter nach hinten verschoben hätte, wäre dies wohl nur ein weiterer mediokrer Thriller mit dunklem Geheimnis in der Vergangenheit geblieben.