Clara steht vor einem großen Scherbenhaufen: ihr Freund macht Schluss, sie verliert ihren Job und dann steht auch noch ihre kleine Schwester vor der Tür und sie muss sich um sie kümmern. Wäre das nicht schon genug, erreicht sie in all dem Trubel ein Anruf ihrer Großmutter Charlotte, die am Bodensee lebt. Diese muss ins Krankenhaus und braucht Claras Unterstützung. Am See angekommen, verströmt dieser seinen eigenen Zauber, erdet Clara und lässt sie neue Hoffnung schöpfen. Und dann ist da auch noch Bootsbauer Justus, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Ist die Reise an den Bodensee die Chance für einen Neuanfang?Es war mein erstes Buch von Jana Lukas, aber definitiv nicht mein letztes. Die Autorin hat einen tollen, feinen Schreibstil, mit dem sie den Charakteren Leben einhaucht und alles so bildlich beschreibt, dass vor meinem inneren Auge wie ein Kinofilm abgespielt wurde. Clara und ihre Schwestern haben es nach dem Tod ihrer Eltern nicht einfach, die Großmutter am Bodensee ist da eine große Stütze. Charlotte hat mich mit ihrer liebevollen, unterstützenden Art an meinen Opa erinnert. Die Konflikte und Reibereien zwischen den Geschwistern und Claras Kennenlernen mit Justus haben der Geschichte Tiefe verliehen. Der Tapetenwechsel tut Clara und ihrer kleinen Schwester gut, die neuen Bekanntschaften geben ihnen eine Leichtigkeit zurück und man merkt, wie alles Belastende nach und nach von ihnen abfällt. Ich habe mit Clara mitgefiebert, ob sich für sie doch alles zum Guten wenden wird. Der Bodensee als Setting verströmt Sommerfeeling und ich habe die Lesezeit sehr genossen. Man möchte am Liebsten direkt ans "Schwäbisches Meer" fahren. Absolute Leseempfehlung für diesen kurzweiligen Roman, der den Sommer ins Wohnzimmer holt.