Ein toller Kinderbuchklassiker, der in Erinnerung bleibt.
Inhalt:Emil ist entsetzt: Auf der Zugfahrt nach Berlin wurden ihm 140 Mark gestohlen, die für seine Großmutter gedacht waren. Zwar gelingt es ihm den Aufenthalt des Diebes ausfindig zu machen, aber was kann er schon ausrichten? Er ist allein in einer Stadt in der er sich nicht auskennt. Zu Emils Glück macht er die Bekanntschaft einer Bande gleichaltriger Jungen, die bereit sind ihm zu helfen und die überaus einfallsreich, mutig und tatkräftig sind...Die Stadt war so groß. Und Emil war so klein. Und kein Mensch wollte wissen, warum er kein Geld hatte und warum er nicht wusste, wo er aussteigen sollte. Vier Millionen Menschen lebten in Berlin, und keiner interessierte sich für Emil Tischbein. Niemand will von den Sorgen des andern wissen. Jeder hat mit seinen eignen Sorgen und Freuden genug zu tun. (S. 69)Meine Meinung:Emil ist ein richtig netter und lieber Junge, der einem schnell sympathisch ist. Er ist jemand "wie du und ich" und das macht es einem leicht sich in ihn hineinzuversetzen. Auf ihn kann man sich auch in schwierigen Situationen verlassen und er gibt nicht direkt auf, wenn es Probleme gibt. Er ist reif für sein Alter und hat auch schon ein Stück weit den Ernst des Lebens kennengelernt, denn er weiß beispielsweise was es bedeutet Geldsorgen zu haben. Seiner alleinerziehenden Mutter ist Emil eine wichtige Stütze und es ist schön zu sehen wie innig die Verbindung zwischen den beiden ist. Auch die anderen Jungen und vor allem natürlich Emils Cousine Pony Hütchen schließt man schnell ins Herz.Ganz besonders gefallen hat mir die Tatsache, dass es Emil und den anderen Kindern gelingt dem Dieb das Handwerk zu leben, obwohl sie eigentlich ganz normale Kinder sind und nicht über außergewöhnliche Fähigkeiten oder besondere Hilfsmittel verfügen. Mit Einfallsreichtum, Beharrlichkeit, Kreativität und Mut machen sie das Beste aus dem was sie haben und haben damit letztlich Erfolg. Die Geschichte hat eine tolle Botschaft: Zusammen kann man schaffen, was man alleine nie geschafft hätte. Außerdem kann man Freunde manchmal zu einer Zeit und an einem Ort finden an dem man es zuvor nicht erwartet hätte. Eine große Stärke dieses Buches ist für mich die Lebensfreude und der Abenteuergeist, die von der Geschichte ausgehen. Man spürt wie für Emil und die anderen Kinder die Welt ein Ort voller Möglichkeiten ist und wie überzeugt sie sind alles schaffen zu können, wenn sie es nur wirklich versuchen. Außerdem lässt das Buch vergangene Zeiten lebendig werden. Man taucht in das Berlin der Vorkriegszeit ein. Mancherorts gibt es noch keine elektrischen Straßenbahnen, sondern Pferdebahnen. Man bezahlt in Mark. Außerdem gibt es keine Mobiltelefone und auch Festnetztelefone hat längst nicht jeder. Kinder haben damals viel mehr Zeit draußen verbracht und Emils Mutter lässt ihren Sohn alleine mit dem Zug nach Berlin reisen ohne unterwegs eine Möglichkeit zu haben ihn zu kontaktieren.Fazit:Erich Kästner hat wirklich tolle Kinderbücher geschrieben und es ist für mich absolut verständlich, dass diese auch heutzutage noch so bekannt und beliebt sind. Ich habe dieses Buch genauso gerne gemocht wie z. B.Das doppelte Lottchen, Das fliegende KlassenzimmeroderPünktchen und Anton.