Es gibt Geschichten, die man nicht einfach liest, sondern die sich wie ein Sommer anfühlen. Genau dieses Gefühl hat "Call Me by Your Name" auch als Graphic Novel für mich eingefangen. Die Geschichte von Elio und Oliver spielt an der italienischen Riviera und lebt von all den kleinen Momenten dazwischen: Spaziergänge durch die sommerliche Landschaft, lange Mittagessen, gemeinsame Stunden am Pool und dieses ständige Beobachten, bei dem aus Freundschaft langsam etwas viel Intensiveres entsteht.Besonders schön fand ich, wie die Graphic Novel diese Atmosphäre visuell einfängt. Die Illustrationen von Sarah Maxwell verleihen der Geschichte eine ganz eigene Stimmung und lassen die sommerliche Wärme, die italienische Landschaft und gleichzeitig die Melancholie, die über der Geschichte liegt, wunderbar lebendig werden. Gerade die stillen Momente funktionieren in dieser Form besonders gut.Die Beziehung zwischen Elio und Oliver entwickelt sich langsam und voller Unsicherheiten. Anfangs kann Elio Oliver überhaupt nicht einschätzen und ist überzeugt, ihn irgendwann nicht ausstehen zu können. Doch aus dieser anfänglichen Distanz entsteht eine Freundschaft, die immer intensiver wird. Blicke, kleine Gesten und unausgesprochene Gefühle bekommen dabei eine besondere Bedeutung.Was mich an der Geschichte besonders berührt, ist dieses Gefühl von etwas Wunderschönem, das gleichzeitig vergänglich ist. Der Sommer scheint endlos zu sein - und doch weiß man, dass er irgendwann vorbei sein wird. Genau diese Mischung aus Leichtigkeit, Sehnsucht und Melancholie macht die Geschichte für mich so besonders.Wer "Call Me by Your Name" bereits kennt, bekommt mit dieser Graphic-Novel-Adaption eine wunderschöne neue Möglichkeit, Elio und Oliver zu erleben. Und wer die Geschichte noch nicht kennt, darf sich auf eine gefühlvolle, atmosphärische und visuell wunderschöne Coming-of-Age-Liebesgeschichte freuen.Für mich eine Graphic Novel, bei der man am liebsten selbst für einen Sommer an die italienische Riviera reisen möchte.