Toller Krimi, typisch norddeutsch. Kurz und knapp..... Gut.
Das Buch ist gut, aber leider zu kurz. Das Ende überrascht, da der Täter nicht lebend gefunden wird sondern tot. Auf der einen Seite kann man dann sagen Karma fickt jeden und die gerechte Strafe bleibt nicht aus, auf der anderen Seite wäre es interessant gewesen zu erfahren, was aus dem Täter geworden wäre. Ich denke der Roman passt in jede Zeit, aber gerade jetzt in den 2020ern könnte er an Brisanz zunehmen, Ausländerfeindlichkeit nimmt ja auch jedes Jahr zu. Ali, ein Türke der gar nicht aAli hieß, versuchte in Deutschland Fuß zu fassen. Hat es in gewisser Weise auch geschafft, indem er Arbeit fand ,wurde aber von seinen Kollegen wegen des offensichtlichen ausländischen Aussehens gemobbt. Als er sich zur Wehr setzte geschah das erste Unglück. Er wurde verurteilt, seine Familie verschwand und nach seiner Knastzeit nahmen die Probleme nicht ab Die Resozialisierung eines Gefangenen in Deutschland lässt auch heute noch sehr zu wünschen übrig. Man wird entlassen hat ein wenig Geld, aber keine Arbeit, keine Wohnung und muss versuchen sich durchzuschlagen, und welcher Chef stellt schon gern jemanden ein, der vorbestraft ist. Ich möchte nicht sagen, dass jeder Strafgefangene der entlassen wird wieder rückfällig wird bzw andere Straftaten begeht um zu überleben, aber bei einem geringen Prozentsatz ist das wohl so. Kurios ist auch der Inhalt des Tresores. Während Ali denkt dass darin ein Haufen Geld zu finden ist, in welcher Form auch immer: Schmuck, Münzsammlung, Gold, finden sich nur Fotoalben, Unterwäsche und Feldpost darin. Der Roman spielt Anfang 1979, aber es zeigt deutlich, dass die teuersten und wertvollsten Dinge des Lebens nicht immer Diamanten, Gold, Silber und Geld sind, sondern sehr oft Erinnerung. Gerade bei alten Menschen sind die Erinnerungen das einzige was sie noch haben, und sie werden oftmals besser gehütet als die eigentlichen Schätze die das Überleben sichern. Der Umgang zwischen den beiden Polizisten ist rauh aber herzlich und wer Hamburg kennt, weiß, dass es diese Konstellation im Norden Deutschlands sehr oft gibt. Ich kenne keine weiteren Romane dieser Reihe, aber ich denke, dass sich aus den beiden bereits in diesem Roman eine ganz dicke Freundschaft entwickelt hat. Die Schreibweise ist sehr gut, man findet sehr gut in den Roman hinein und man hat auch nicht das Gefühl dass man sich durchquälen muss.